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NVR legt Qualitätsbericht 2021 vor

27.06.22 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Kölner Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR) hat den Qualitätsbericht für 2021 vorgelegt. Allerdings stand das Jahr 2021 unter dem Einfluss mehrerer außergewöhnlicher externer Faktoren: „Das vergangene Jahr war geprägt von den katastrophalen Folgen durch das Unwetter Bernd im Juli sowie die weiterhin anhaltenden Auswirkungen durch die Corona-Pandemie“, so NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek.

Sedlaczek: „Von daher können die Ergebnisse nicht mit denen der Jahre zuvor in einen direkten Bezug gesetzt werden. Die Zahl und Komplexität der Baustellen hat sich insbesondere durch die Flutschäden noch einmal gesteigert und bindet bei unseren gemeinsamen Bemühungen mit DB Netz, das Schienennetz fit für die Zukunft zu machen, zwangsläufig Kapazitäten.“

In den vergangenen Jahren hatten die Zugverspätungen konstant abgenommen. Dieser Trend hat sich im Jahr 2021 umgekehrt und es ist zu einer spürbaren Verschärfung der Verspätungssituation gekommen. Die Verspätungen sind im Vergleich zu 2020 über die drei Produktgruppen RE, RB und S-Bahn hinweg um 24 Prozent angestiegen und betrugen durchschnittlich 2:05 Minuten. Neben den genannten Gründen wurden Netzüberlastungen, Trassenkonflikte und Verspätungsübertragungen an den Bahnknoten und den überlasteten Streckenabschnitten festgestellt.

Im Raum Köln kam es vor allem im Herbst aufgrund von Baustellen und einer umfangreichen Störung eines ESTW zu sehr schlechten Pünktlichkeitswerten. Die S-Bahnen sind nur noch knapp vor den RB-Linien die pünktlichste Produktgruppe, die Verspätungen stiegen um 37 Prozent auf 1:56 Minuten an. Bei den RB-Linien lag die Durchschnittsverspätung bei 2:05 Minuten (plus 21 Prozent), bei den RE-Linien bei 2:19 Minuten (plus 18 Prozent).

Im vorletzten Jahr war es der „Corona-Sonderfahrplan“, der zu einem starken Anstieg der Zugausfälle führte. Im Jahr 2021 stieg die Zahl der Zugausfälle vor allem durch das Unwetter „Bernd“ noch einmal an. Prozentual bedeutet dies eine Zunahme der durchschnittlichen Ausfallquote über alle Produktgruppen hinweg von 4,58 Prozent in 2019 auf elf Prozent in 2020 und weiter auf 13,51 Prozent in 2021.

Dabei sind 32 Prozent der Ausfälle dem Unwettergeschehen im Juli und dessen Folgen geschuldet. Weitere Gründe sind die Zunahme der Bautätigkeit sowie ein Lokführerstreik der Gewerkschaft GDL im August und September. Negative Auswirkungen hatte zudem die Corona-Pandemie, insbesondere wegen des dadurch aufgetretenen Personalmangels im SPNV.

Bei den Kapazitätsausfällen kam es insgesamt gesehen zu einem leichten Anstieg von 2,14 Prozent im Jahr 2020 auf 2,25 Prozent in 2021. Dabei zeigen sich zwischen den einzelnen Produktgruppen Unterschiede: Während sich der Wert bei den RB-Linien von 2,34 Prozent in 2020 auf 1,86 Prozent in 2021 verbesserte, verschlechterten sich die Werte bei den RE-Linien von 3,04 auf 3,51 Prozent und bei den S-Bahnen von 1,18 auf 1,83 Prozent.

Foto: Deutsche Bahn AG / Axel Hartmann

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