Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Eine Viertelmilliarde für den Knoten Köln

15.03.21 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Mit Rekordinvestitionen und einem ambitionierten Bauprogramm macht die DB AG die Schieneninfrastruktur im Knoten Köln weiter fit. Rund 250 Millionen Euro aus LuFV-Geldern, anderen öffentlichen Förderungen und Eigenmitteln verbaut die DB AG in diesem Jahr für zusätzliche Kapazität auf der Schiene und eine moderne Infrastruktur.

Dabei drückt die DB AG aufs Tempo: Bereits im Herbst 2021 geht das neue elektronische Stellwerk (ESTW) des Kölner Hauptbahnhof für den S-Bahn-Verkehr in Betrieb. Auch die erste der fünf Brücken über die Deutz-/Mülheimer Straße wird Ende des Jahres rundum erneuert sein. Insgesamt umfassen die Planungen 15 Brücken, 35 Kilometer Gleise, es werden mehr als 200 Kilometer Kabel verlegt, 320 Masten neu gebaut und über 6.000 Löcher zur Kampfmittelsondierung gebohrt.

Außerdem baut die DB AG u.a. vier neue Modulgebäude für die elektronischen Stellwerke, vierzig Weichen, 65 Kilometer Kabelkanäle und knapp zwei Kilometer Schallschutzwände. Zwischen Köln und Düsseldorf geht der Ausbau für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) weiter: Die DB packt Brücken und Oberleitungsanlagen in Vorbereitung für das vierte Gleis an, zieht Kabelschächte und Kabel neu, sondiert den Untergrund auf Kampfmittel und baut neue Signalausleger.

Außerdem startet die DB mit dem Neubau des Elektronischen Stellwerks Düsseldorf. Noch in diesem Jahr soll es für den Abschnitt Langenfeld in Betrieb gehen. Damit können beim Bau des vierten Gleises auf dem Abschnitt Leverkusen – Langenfeld ein deutlich kürzerer Abschnitt für den Zugverkehr gesperrt und die Auswirkungen auf die Kunden deutlich verringert werden. 55 Millionen Euro investiert die DB AG allein in diesem Jahr in den Streckenabschnitt Langenfeld – Leverkusen.

Weiter Fahrt nehmen die Aus- und Neubauprojekte auf. Auf dem insgesamt 13 Kilometer langen Ausbauabschnitt zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel für die S13 baut die DB zeitgleich an zwölf Brücken. Bis Ende des Jahres sollen zwölf der 32 Brückenbauwerke für den viergleisigen Ausbau erweitert oder neu gebaut sein. Der neue Bahnsteig am Haltepunkt Friedrich-Wilhelms-Hütte geht in Betrieb.

Außerdem setzt die DB umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen für den Artenschutz um. 53 Millionen Euro fließen 2021 in den Ausbau der Infrastruktur für die S13. Auf der Strecke zwischen Köln und Aachen sorgt die DB AG mit dem Bau von Überholgleisen dafür, dass schnelle Regionalexpress- und Fernverkehrszüge nicht mehr von langsamen Güterzügen ausgebremst werden. 18 Millionen Euro fließen 2021 in den Bau von neuen Gleisen und Weichen, neuen Schallschutzwänden und moderner Leit- und Sicherungstechnik.

Die DB modernisiert die Stellwerke für den Kölner Hauptbahnhof und „Linke Rheinseite“, das auf einer Länge von rund zwanzig Kilometern die linksrheinischen Bahnstrecken steuert. Bereits 2021 wird das neue Elektronische Stellwerk Köln Hbf für den S-Bahn-Verkehr den Betrieb aufnehmen. Für die beiden Stellwerke zieht die DB u.a. rund 60 Kilometer neue Kabel ein. 2021 wendet die DB rund 42 Millionen Euro für den Bau der beiden Stellwerke auf.

Die elektronischen Stellwerke (ESTW) modernster Bauart können im Zuge der Digitalisierung als digitale Stellwerke weiterentwickelt werden. Ein Dekadenprojekt ist der Neubau der fünf Brücken über die Deutz-Mülheimer-Straße im Zulauf zum Deutzer Bahnhof. Bis Ende des Jahres werden die ersten beiden Brücken runderneuert in Betrieb gehen. Ein Bauvolumen von 15 Millionen Euro setzt die DB um.

Zudem baut die DB im Brückenvorfeld eine neue Weichenverbindung aus den Mitteln des Landesprogramms „robustes Netz“ ein. Das ermöglicht eine flexiblere Betriebsleitung und zusätzliche Anfahrmöglichkeiten im Deutzer Bahnhof. Modernisiert wird auch die Eifelstrecke auf Höhe Hürth-Kalscheuren. In nur drei Wochen erneuert die DB Schienen, Schwellen und Schotter auf einer Länge von fünf Kilometern und investiert dafür 2,9 Millionen Euro.

Mit optimierter digitaler Planung und zusätzlicher Bauinfrastruktur – beispielsweise der frühzeitige Betrieb des ESTW Düsseldorf für den Bereich Langenfeld – sorgt die DB dafür, dass sich Baustellen weit weniger für die Fahrgäste bemerkbar machen. Außerdem hat sich das Lagezentrum Bau weiter bewährt: 14 Prozent weniger Züge waren durch ein besseres Management der Baustellen verspätet – trotz zwanzig Prozent höherer Bautätigkeit. Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden. Die DB AG bittet bereits jetzt mögliche Lärmbelästigungen nachzusehen.

Kommentare sind geschlossen.