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London droht Verkehrsinfarkt

13.02.17 (Großbritannien) Autor:Max Yang

Londons Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) warnte im Rahmen des am Mittwoch stattgefundenen Fundraising-Essens des Londoner Transportmuseums vor einem Verkehrskollaps in der britischen Hauptstadt. Werde das Projekt Crossrail 2 – eine Art S-Bahn-Linie quer durch die Stadt vom nordöstlichen ins südwestliche Umland – nicht vorangetrieben, müsse man damit rechnen, dass mindestens 17 U-Bahnhöfe den Andrang nicht mehr bewältigen könnten.

Engstellen an den Bahnhöfen Waterloo und Victoria könnten Chaos im Berufsverkehr auslösen, und in den 2030er-Jahren seien im U-Bahn-Verkehr regelmäßige Bahnhofsschließungen sowie Verspätungen zu erwarten. Pro Quadratmeter könnten auf vielen Linien fünf oder mehr Fahrgäste zusammengedrängt werden. Die Äußerungen Khans sind im Kontext zu verstehen, denn die britische Zentralregierung scheint nach Berichten der Tagespresse das Interesse an dem Projekt zu verlieren, welches rund 32 Milliarden britische Pfund (ca. 38 Milliarden Euro) kosten könnte.

Khan erklärte zwar die Bereitschaft von London, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, jedoch müsse die Zentralregierung für die andere Hälfte aufkommen. Die Investitionen in die geplante Fernverkehrslinie High Speed 2, die Reisezeiten zwischen Nordost-England und London verkürzen soll, würden verpuffen, wenn durch den Verzicht auf Crossrail 2 der Andrang nicht mehr bewältigt werden könne, warnte Khan.

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