Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

KVB: 64 neue Tram-Triebzüge

30.11.20 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Alstom und sein Konsortialpartner Kiepe Electric, ein Tochterunternehmen der Knorr-Bremse AG, werden die neuen Straßenbahnen für die Kölner Verkehrsbetriebe AG bauen. Ende 2023 sollen die ersten Vorserienfahrzeuge an die KVB AG ausgeliefert werden. Die Serienfahrzeuge folgen ein Jahr später Ende 2024. Der Vertrag enthält zudem unter anderem Optionen für insgesamt 47 zusätzliche Fahrzeugeinheiten.

„Nach dem Vertrag mit der VGF in Frankfurt, ist dieser Auftrag ein weiterer Beleg für den weltweiten Erfolg unseres Straßenbahn-Flaggschiffs Citadis“, sagt Jörg Nikutta, Sprecher der Geschäftsführung von Alstom in Deutschland und Österreich. „Unsere Straßenbahnen werden den Fahrgästen der Kölner Verkehrs-Betriebe höchsten Fahrgastkomfort bieten und die Kölner Verkehrs-Betriebe dabei unterstützen, den Herausforderungen des städtischen Nahverkehrs erfolgreich zu begegnen.“

Alstom wird als Konsortialführer in seinem Werk in Barcelona 62 moderne Niederflurfahrzeuge mit einer Länge von rund sechzig Metern und zwei Niederflurfahrzeuge mit einer Länge von rund dreißig Metern produzieren. Die elektrischen Bauteile stammen aus dem Düsseldorfer Werk von Kiepe Electric und werden ebenfalls in Barcelona in die Straßenbahnen eingebaut. Die Drehgestelle für die Citadis-Straßenbahnen kommen aus Alstoms Werk in Le Creusot in Frankreich.

Jürgen Wilder, Mitglied des Vorstands der Knorr-Bremse AG und verantwortlich für die Division Schienenfahrzeuge, kommentiert: „Dies ist der größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte von Kiepe Electric. Es macht uns stolz und ist zugleich zukunftsweisend, dass ein gemeinsames technisches Konzept von Firmen der Knorr-Bremse Gruppe in der Ausschreibung überzeugt hat. Das uns vom Partner Alstom und den Kölner Verkehrs-Betrieben entgegengebrachte Vertrauen werden wir mit zukunftssicherer Technologie und einem starken Service rechtfertigen.“

Die Citadis-Straßenbahnen werden im gesamten Kölner Stadtgebiet fahren und einen entscheidenden Beitrag für die innerstädtische Mobilität leisten. Sie haben große Fenster, LEDs für eine angenehme Beleuchtung, großen Einzelsitze und Info-Großbildschirme. Zur Ausstattung zählen auch Fahrerassistenzsysteme, Abblendlicht und Regensensoren. Die Züge bestehen aus jeweils zwei dreißig Meter langen Niederflur-Fahrzeugeinheiten und haben damit eine Gesamtlänge von sechzig Metern. Sie bieten Platz für 195 Fahrgäste.

Zehn Doppeltüren je Seite sorgen für einen verbesserten Fahrgastfluss beim Einstieg. Speziell für den deutschen Markt erhalten die Straßenbahnen Drehgestelle für maximale Fahrzeugflexibilität und stählerne Wagenkästen. Mit Antriebs-, Bordnetz- und Steuerungstechnik sowie Traktionsumrichtern von Kiepe Electric werden die Straßenbahnen über zuverlässige und moderne elektrische Technologie verfügen.

Neueste Leittechnik soll für einen sicheren, effizienten und damit kundenfreundlichen Flottenverkehr sorgen. Das wegweisende Fahrzeugkonzept ist hoch verfügbar, effizient wartbar und beinhaltet einen modernen Fahrerarbeitsplatz. Als Beitrag zur Verkehrssicherheit in der Metropole Köln werden die neuen Bahnen mit einem Kollisionswarnsystem ausgestattet.

Weitere Technologie aus der Knorr-Bremse Gruppe erhalten die Straßenbahnen darüber hinaus mit hydraulischen Bremssystemen von Knorr-Bremse, München, Einstiegssystemen von IFE, Kematen, sowie Klimatechnologie von MERAK, Wien. Dies wird den Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht: Durch den Einsatz eines Kältemittels auf CO2-Basis, aber auch durch die Nutzung der Motorwärme zur Beheizung des Fahrgastraums.

Kommentare sind geschlossen.