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VRS: Konstant hohe Fahrgastzahlen

25.04.19 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Zahl der Fahrten im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) bleibt auf hohem Niveau konstant: Insgesamt haben die Fahrgäste im vergangenen Jahr rund 551 Millionen Fahrten, rund 800.000 oder 0,15 Prozent weniger als 2017, mit Bus und Bahn unternommen. Das bedeutet, dass im abgelaufenen Jahr 2018 die Fahrgastzahlen der 26 im Beirat des VRS zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen erstmals seit vielen Jahren nicht gestiegen sind.

Auch die Einnahmen blieben im Jahresvergleich nahezu identisch, sie lagen aufgrund der leichten Preisanpassung von 1,1 Prozent mit 674,96 Millionen Euro lediglich 2,27 Millionen Euro höher als 2017 (+ 0,34 Prozent). Diese Zahlen zeigen, dass die Infrastruktur in Köln und der Region trotz der großen Bedeutung des ÖPNV für die Mobilität der rund 3,4 Millionen Einwohner im Verbundgebiet an ihre Grenzen stößt. Weitere Gründe sind die mit Streckensperrungen verbundenen Baumaßnahmen, Sturmereignisse mit Einstellung des Betriebs, Streiks sowie der lange und gute Sommer, der viele Kunden auf das Fahrrad hat umsteigen lassen

.„Die Millionen Menschen, die täglich Busse und Bahnen nutzen, belegen, dass der ÖPNV ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens ist. Die aktuellen Entwicklungen zeigen aber auch deutlich die Herausforderungen für heute und die nächsten Jahre auf. Insbesondere die Infrastruktur setzt uns Grenzen“, so VRS-Geschäftsführer Michael Vogel. „Wir sind davon überzeugt, dass wir durch die fortschreitende Digitalisierung nicht nur neue Kunden gewinnen, sondern auch das Tarifsystem signifikant vereinfachen werden.“

Eines der digitalen Angebote ist das VRS-Handyticket, das weiterhin sehr gute Verkaufszahlen erzielt. Der Gesamtjahresumsatz im VRS-Tarif liegt bei rund 19,76 Millionen Euro. Damit konnten die Handytickets im Jahresvergleich einen starken Zuwachs von 58 Prozent (2017: 12,47 Mio. Euro) erzielen. Außerdem schneidet das Handyticket auch im VRS-Kundenbarometer gut ab: Im ersten Jahr, in dem die „Zufriedenheit mit dem Kauf eines Handytickets“ erhoben wurde, landete im Zufriedenheitsranking der Fahrgäste im VRS-Gebiet gleich auf Platz 1. Zeittickets sind bei den Fahrgästen weiter beliebt.

Bei den Fahrten im Bartarif ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen: So ist die Zahl der Fahrten von 57,24 Millionen auf 56,25 Millionen (- 1,73 Prozent) gesunken. Ein Grund dafür ist die erfolgreiche Einführung des Einfach-Weiter-Tickets im NRW-Tarif im Jahr 2017, das zu einem Rückgang bei den VRS-Anschlusstckets geführt hat.

Bei den VRS-Kunden sind Zeitfahrausweisen bzw. Abonnements weiterhin beliebt: So wurden 2018 insgesamt 228,16 Millionen Fahrten mit den Zeittickets für Erwachsene unternommen. Die Zahl bei den Zeittickets für Schüler und Auszubildende ist weiter gestiegen: Von 207,31 Millionen im Jahr 2017 auf 207,84 Millionen Fahrten (+ 0,26 Prozent/+ 0,53 Millionen Fahrten) in 2018.

Bei den Zeitkarten für Erwachsene bleibt das Jobticket bzw. Großkundenticket der meistgenutzte Fahrausweis: 215.700 Arbeitnehmer (+ 0,98 Prozent/+ 2.100 Kunden) pendelten damit zur Arbeit, nutzten es aber ebenso für Freizeitfahrten und schätzen die vielfältigen Mitnahmemöglichkeiten. Auch die Kundenzahlentwicklung bei den Aktiv-60-Tickets bleibt positiv: 47.200 (+ 1,51 %, + 700 Kunden) waren 2018 mit ihm mobil.

Rückläufig ist hingegen die Zahl der Kunden bei den Dauerkarten: Sie sank auf 160.400 (- 4,55 Prozent bzw. um rund 3.800 Personen). Dass vor allem ein attraktives Angebot überzeugt, belegt ebenfalls das NRW-Kundenbarometer. Hier ließ der VRS erstmals im Rahmen einer Studienergänzung auch Nicht-Nutzer befragen.

Diese Ergebnisse liefern ein klares Stimmungsbild zu der Diskussion um fahrgeldlosen ÖPNV: Die Hälfte (49,4 Prozent) der mehr als 800 Befragten aus dem VRS-Gebiet, die bislang den ÖPNV nicht nutzen, gab an, Busse und Bahnen auch als kostenloses Angebot nicht nutzen zu wollen. Gerade einmal 24 Prozent der sogenannten Nicht-Fahrer würde einen kostenlosen ÖPNV „(fast) täglich“ oder „mehrmals die Woche“ in Anspruch nehmen.

Als Grund, auch bei kostenlosem ÖPNV nicht auf Busse und Bahnen umsteigen zu wollen, gaben die Nicht-Nutzer in der Mehrheit (57,3 Prozent) an, dass das ÖPNV-Angebot für sie unpassend sei. Insgesamt 22,4 Prozent aller Befragten argumentierten mit mangelnder Qualität des Bus- und Bahnangebots. In den Städten ist die Bereitschaft umzusteigen generell größer als im ländlichen Bereich.

Siehe auch: Das Ende der Fahnenstange?

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