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Heute (8. September) kein GDL-Streik mehr bei der Nord-Ostsee-Bahn

08.09.11 (Schleswig-Holstein) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomoitivführer wird den seit letztem Samstag laufenden Streik bei der Nord-Ostsee-Bahn am heutigen Donnerstag (8. September) um 2 Uhr 30, also vor Betriebsbeginn, beenden. Die Privatbahn wird den regulären Betrieb schnellstmöglich wieder aufnehmen.

Das Kieler Unternehmen hat bereits im März des laufenden Jahres ein überarbeitetes Angebot gemacht, das u.a. eine Lohnsteigerung von rund fünf Prozent und eine zusätzliche Einmalzahlung vorsieht. Dies wurde von der Gewerkschaft jedoch abgelehnt. Es finden auch keine Tarifverhandlungen statt, weil die GDL nicht bereit ist, von ihren Forderungen abzurücken. Auch Vorgespräche zu einem Schlichtungsverfahren wurden im August abgebrochen.

Allerdings besteht jederzeit die Gefahr, dass die Gewerkschaft zu neuen Streiks aufruft. Der Vorlauf betrug zuletzt nur etwa eine Stunde. Auch nächtliche Ankündigungen, von Betriebsbeginn an zu streiken, hat es schon gegeben. Berufspendler wissen also abends nicht, ob ihr Zug am nächsten morgen fährt oder nicht. Im Falle eines Streiks wird jedoch ein verlässlicher Basisfahrplan angeboten.

Die GDL fordert einen bundesweit gültigen Rahmentarifvertrag für Lokomotivführer aller Eisenbahnverkehrsunternehmen (BuRa-LfTV). Dieser soll vollständig an die Arbeitsbedingungen beim Marktführer DB Regio gekoppelt sein. Im Falle von Betreiberwechseln im Nahverkehr werden verbindliche Regelungen zur Personalübernahme gefordert. Im Falle von Fahrdienstuntauglichkeit will die GDL innerbetriebliche Auffangregelungen unter voller Besitzstandswahrung.

Zunächst wurde auch ein Berufseinstiegsverbot für Hauptschulabsolventen gefordert. Mit der Einigung bei Keolis ist man davon jedoch wieder abgerückt. Die in Deutschland gültige Triebfahrzeugführer-Verordnung fordert einen Sekundarabschluss. Das war für die GDL nicht ausreichend.

Die Nord-Ostsee-Bahn gehört zu Veolia Verkehr. Der Mutterkonzern ist mit verschiedenen Marken in ganz Deutschland aktiv. Die Resonanz auf die Streikaufrufe hat sich von Region zu Region teilweise stark unterschieden. So hat die GDL augenscheinlich bei den Schwesterunternehmen NordWestBahn und der Düsseldorfer Regiobahn den Anspruch aufgegeben, einen Tarifvertrag abzuschließen. Dort hat sich so gut wie niemand an den Streiks beteiligt.

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