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Erster Spatenstich für die neue Station Brilon Stadt

06.09.11 (NWL) Autor:Sven Steinke

Die Verantwortlichen beim ersten SpartenstichIn Brilon erfolgte heute der erste Spatenstich zum Bau der neuen Station Brilon Stadt. Seit rund 30 Jahren ist die Stadt im Hochsauerlandkreis mit über 25.000 Einwohnern nur noch über den sieben Kilometer entfernten Bahnhof Brilon Wald an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) angebunden. Nur recht langsame Buslinien bringen die Fahrgäste derzeit in das Stadtzentrum, mit dem neuen Bahnangebot wird sich die Anbindung von Brilon entscheidet verbessern.

Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wird die neue Station erstmalig bedient. Der neue Fahrplan sieht unter der Woche acht durchgehende Verbindungen nach Dortmund vor. In der Gegenrichtung werden es fünf Züge sein. Sechs Zugpaare pendeln zwischen Brilon Stadt und Brilon Wald, mit Anschluss an die Linie RE 17 nach Hagen. Am Wochenende verkehrt eine Pendellinie im Zweistundentakt zwischen Bestwig und Brilon Stadt. Abends sollen einzelne in Bestwig endende Züge bis Brilon Stadt verlängert werden. Derzeit werde noch ein erweitertes Angebot am Wochenende durch die Linie RB 55 nach Korbach geprüft.

Das Fahrplanangebot ab dem Fahrplanwechsel stellt erst einmal nur eine Einstiegsvariante dar. Mit dem Neubau eines Kreuzungsbahnhofes in Bigge können die Züge der Linie RE 57 auch am Wochenende in der Fahrplanlage wie zu Wochentagen verkehren und somit ein durchgehend vertaktetes Verkehrsangebot mit leicht merkbaren Abfahrtszeiten geschaffen werden. Spätestens mit der Neuausschreibung des Sauerland-Netzes werden weitere Fahrplanverbesserungen umgesetzt.

Der neue Bahnsteig wird eine Länge von 110 Metern und eine Kantenhöhe von 76 Zentimetern aufweisen. Zusammen mit der Ausstattung, die unter anderem eine Beleuchtung und eine Fahrgastinformationsanlage umfasst, belaufen sich die Kosten auf rund 500.000 Euro. Diese werden vom Land NRW aus Mitteln für Maßnahmen im besonderen Landesinteresse finanziert. Für die Streckenreaktivierung im Schienenpersonennahverkehr werden rund 1,2 Millionen Euro investiert. Rund 1,1 Millionen Euro stammen davon aus Landesmitteln und den Rest steuert der Streckenbetreiber DB Netz bei.

Bereits seit Jahren setzen sich die Stadt Brilon, der Hochsauerlandkreis (HSK) und der Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) für die Reaktivierung des Streckenabschnittes Brilon Wald – Brilon Stadt ein. Vor allem der Erhalt des Schienengüterverkehrs zur Holzverarbeitenden Firma Egger hat zur Reaktivierung beigetragen. Eine langfristige Option besteht für die weitere Reaktivierung Richtung Büren und Paderborn. Weitere Entwicklungen sind allerdings im Wesentlichen von dem Wiederaufbau des nicht entwidmeten Streckenabschnittes Paderborn – Büren abhängig.

Schaubild Neubau Bürohaus und Bahnhof Brilon Stadt

Grundriss der neuen Station mit Busbahnhof und Parkmöglichkeiten

Modell der früheren Eisenbahnstrecken um Brilon

Bilder: Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL)

2 Responses


  1. Christopher
    07.09.11 um 15:34

    Der Wahnsinn. Am 6. September erfolgt der erste Spatenstich. Am 11. Dezember soll alles fertig sein. Dann hoffe ich, dass man sich nicht mit dem ehrgeizigen Zeitplan blamiert. Knappe 3 Monate Bauzeit in den Winter hineingehend. Letzte Jahr lag am 11. November der erste Schnee und in Olsberg musste der Bahnsteigbau unterbrochen werden. Mal sehen wie sich dies Jahr der Winter einstellt. Viel Erfolg!

  2. Das ging aber schnell: 2008 ließ man den damaligen Bahnhof (mit Empfangsgebäude Bahnsteigen und den meisten Gleisen) abreißen um ein Gewerbegebiet erweitern zu können, und jetzt geht es schon an den Wiederaufbau.
    Mit etwas mehr Weitsicht hätte man sich da wohl einige Kosten sparen können.

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