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VCD-Landesverband informiert sich über Reaktivierung der Bahnstrecke nach Großostheim und Projekte der Westfrankenbahn

19.07.12 (Bayern) Autor:Niklas Luerßen

„Wir unterstützen das Engagement der Gemeinde Großostheim, die Bahnstrecke von Aschaffenburg-Nilkheim nach Großostheim zu reaktivieren.“, resümiert der Landesvorsitzende Bernd Sluka des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Der Landesverband hat sich im Rahmen des Bayerntreffens mit den Kreisverbänden mit den Verkehrsproblemen der Region am bayerischen Untermain beschäftigt. „Die Straße nach Großostheim ist überlastet und der Bus steht wie die Pkw im Stau“, bringt Sluka das Problem auf den Punkt. Im Rahmen einer Exkursion hatten sich die Aktiven des Verkehrsclubs von der Bürgerinitiative zur Reaktivierung der Bahnstrecke am Bahnhof Aschaffenburg-Nilkheim über das Projekt informiert.

„Mit dem Bahnhaltepunkt Aschaffenburg-Nilkheim kann der Schönbuschpark direkt mit der Bahn erreicht werden. Ich hoffe, dass wir bald nicht mehr den Prellbock in Nilkheim besichtigen müssen.“, fordert Sluka die politisch Verantwortlichen zum Handeln auf.

Besonders beeindruckt war Dr. Christian Loos vom Kreisverband Mainfranken-Rhön, dass mit der Reaktivierung der Bahnlinien nach Leider und Großostheim wie an einer Perlenschnur gezogen Fachhochschule, Schulzentrum und Berufsschulzentrum mit der neuen Bahnlinie erschlossen werden können. „In Würzburg hat man das Potenzial des Schienenverkehrs längst erkannt und plant den Bau einer neuen Straßenbahnlinie zur Universität. Aschaffenburg sollte da nicht zurückstehen.“, macht Dr. Loos den Aschaffenburgern Mut. Klaus Mark vom VCD-Kreisverband Aschaffenburg-Miltenberg ergänzt, dass es schon vor einigen Jahren den Vorschlag der Westfrankenbahn gegeben hat, die Schulen mit der Bahn anzubinden. „Leider ist das Projekt daran gescheitert, dass die Stadtwerke Aschaffenburg in der Bahnlinie nur eine Konkurrenz gesehen haben. Daher müssen die Schüler weiterhin mit überfüllten Bussen zur Schule fahren.“, blickt Mark kritisch zurück.

Welche Chancen eine Bahnverbindung für die Attraktivität eines Ortes haben kann, wurde bei einer weiteren Exkursion nach Amorbach deutlich. Gerd Hutterer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Westfrankenbahn, erläuterte das Konzept des Erlebnisbahnhofes Amorbach mit Bahnmuseum, Salonwagen, Schlafwagen und hervorragender Gastronomie. Der Bundesvorsitzende des VCD, Michael Ziesak, begeistert sich über das ambitionierte Projekt: „Hier hat man aus einem hässlichen Entlein einen stolzen Schwan geschaffen.“

Im Arbeitsprogramm beschäftigte sich der Verkehrsclub mit der im nächsten Jahr anstehenden Landtagswahl. „Wir haben mehrere Kernforderungen für eine ökologisch verantwortbare Verkehrspolitik in Bayern erarbeitet, welche wir nun an die Parteien herantragen“, blickt der Landesvorsitzende Sluka in die Zukunft.

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