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Aktueller Stand der Neu- und Umbaumaßnahmen Technisches Zentrum Heiterblick

19.07.12 (Sachsen) Autor:Niklas Luerßen

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH gestalten und bauen in den nächsten Jahren ihren alten Standort in Heiterblick nach 80 Jahre völlig neu als zentralen Standort für moderne Mobilität in Leipzig. Das Technische Zentrum Heiterblick wird als Standort für den technischen Service des öffentlichen Nahverkehrs in Leipzig zukünftig komplett die Wartung und Instandhaltung, die Reparatur und Generalüberholung (Hauptuntersuchung) der modernen Niederflur-Straßenbahn-Flotte übernehmen. Es wird so zum Fundament für den modernen öffentlichen Nahverkehr in Leipzig.

Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf den Neubau der Hauptwerkstatt, die Neuverlegung eines Stauraumkanals für Regenwasser, den Umgang mit belasteten Erdstoffen sowie den Bau der Energiezentrale und den Ersatzneubau der Teslabrücke. Die Grundsteinlegung für das neue Technische Zentrum Heiterblick erfolgte am 2. April 2012.

In der ersten Bauphase wird die neue Hauptwerkstatt errichtet, in der künftig die Hauptuntersuchung, Langfristwartung  und Unfallinstandsetzung für alle 320 Straßenbahn-Fahrzeuge der LVB durchgeführt werden. Hierfür wurden bereits die Hälfte der insgesamt 138 Stahlbetonstützen in die Fundamente eingelassen, die das Skelett des Gebäudes bilden. Für die Bodenplatte im Kellergeschoss wurden insgesamt 1000 Kubikmeter Beton verwendet.
Unter dem Neubau wurden bereits 16 Erdwärmesonden eingesetzt, welche mit 32 weiteren, zum Teil noch einzusetzenden Sonden in den benachbarten Sondenfeldern künftig die Grundwärmeversorgung der Halle über Erdwärme garantieren.

Um anfallendes Niederschlagswasser der künftig versiegelten Flächen des Technischen Zentrums zwischenspeichern zu können, bevor dieses kontrolliert in das Kanalsystem der Kommunalen Wasserwerke Leipzig GmbH eingeleitet wird, installieren die LVB einen 370 Meter langen Stauraumkanal. Die einzelnen Rohrsegmente, je sechs Meter lang und sechs Tonnen schwer, werden dafür unter die Erde verlegt. Der Kanal aus glasfaserverstärkten Kohlefasern hat einen Innendurchmesser von drei Metern und verfügt über ein Stauvolumen von 2700 Kubikmetern.

Die fast 100-jährige industrielle Nutzung des Areals hat in der Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. So wurden auf dem Baufeld schadstoffbelastete Böden gefunden, die sachgerecht entsorgt werden müssen. Ein Teil des belasteten Bodenmaterials wird unter Beimengung spezieller Zusätze entsprechend den Auflagen des Umweltamtes auf dem Grundstück immobilisiert und kann so unter künftig versiegelten Flächen eingebaut werden.
Die Schadstoffbelastung wurde zuvor untersucht.

Zur Absicherung der Stromversorgung für den Fahrstrom der Straßenbahnen und für die weiteren Elektroenergieanlagen sowie für die Wärmeversorgung der Neu- und Bestandsbauten wird in der bestehenden Infrastrukturwerkstatt eine Energiezentrale errichtet, die neben Anlagen für den Bahnstrom auch die Heizzentrale mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) beherbergt. Zur Optimierung der Energiebilanz stammt ein großer Teil der Wärme aus erneuerbaren Energiequellen.

Die gleisseitige Anbindung des Grundstücks erfolgt über die Teslastraße, in deren Verlauf die DB-Gleisanlage überquert wird. Die vorhandene, über 100 Jahre alte Teslabrücke  wird aufgrund ihres desolaten Zustandes von der Stadt Leipzig parallel zum Neu- und Umbau des Technischen Zentrums der LVB durch eine neue Brücke ersetzt. Derzeit werden die Pfahlgründungen für die Widerlager und Brückenpfeiler des neuen, westlichen Brückenteils hergestellt.

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