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Stadler soll Münchner Variobahnen reparieren

25.07.12 (München) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verliert die Geduld. Wegen der anhaltenden Probleme bei ihren 14 Variobahnen will sie diese nicht mehr selbst warten und fordert dem Hersteller Stadler auf, die Reparatur in Eigenregie durchzuführen. Die bereits 2009 beschafften Bahnen standen lange auf dem Abstellgleis, da die zuständige Technische Aufsichtsbehörde (TAB) der Regierung Oberbayern die Zulassung verweigerte. Die Zulassung ist auch nur vorläufig und läuft am 31. August 2012 aus.

Bei den Variobahnen waren Serienschäden an Gummielementen aufgetreten. Einzelne Gummielemente in den gummi-gefederten Rädern der neuen Straßenbahnen bekamen Risse. Der Hersteller, die Firma Stadler Pankow, wurde aufgefordert, das Problem zu untersuchen und zu lösen. Die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) wies darauf hin, dass dies Voraussetzung für eine endgültige Zulassung sei und ließ die Münchner Variobahnen weiterhin nur vorläufig und mit Auflagen weiterfahren. Da sich die Schäden in den Rädern in den folgenden Monaten mehrten, war ein Teil der Variobahnen aufgrund der Auflagen nicht mehr einsetzbar.

Die MVG, die die neuen Züge bestellt hatte, um das Angebot bei der Münchner Tram zu verdichten und die letzten nicht barrierefreien alten Trambahnen auszumustern, musste daher in den letzten Monaten geplante Fahrplanverdichtungen verschieben und auch mehrfach einzelne Züge kurzfristig durch Busse ersetzen. Entsprechend massiv und wiederholt forderte MVG-Chef Herbert König die Fima Stadler zur schnellen Klärung und Behebung des Problems auf.

Nach einem von Stadler vorgelegten Gutachten könnte ein Fehler bei der Mischung und Verarbeitung der dieser Gummielemente vorliegen. Der von Stadler beauftragte Gutachter schlägt vor, zwei Variobahnen mit neuen veränderten Gummikörpern und eine längere „Beobachtung“ dieser „Typprüffahrzeuge“ unter Realbedingungen und unterschiedlichen Außentemperaturbedingungen (darunter mindestens eine Winterperiode) vor, um zunächst die Wirksamkeit dieser Maßnahme zu bewerten.

Die von der MVG geplanten Fahrplanverdichtungen sind ohne die 14 Variobahnen nicht möglich und ob sich die TAB auf eine weitere Ausnahmegenehmigung einlässt, ist fraglich. Die MVG will ihr eigenes Werkstattpersonal jedenfalls nicht mehr für die Wartung und Reparatur der Variobahnen einsetzen, um sie für andere Aufgaben frei zu halten. Die noch im Bestand befindlichen P-Wagen, die bereits 45 Jahre auf dem Buckel haben, werden aufgearbeitet und für den weiteren Fahrgasteinsatz fit gemacht.

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