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HKX erfolgreich gestartet

24.07.12 (Fernverkehr) Autor:Jürgen Eikelberg

Bei „Kaiserwetter“ rollte gestern gegen 11:00 Uhr mit leichter Verspätung der Hamburg-Köln-Express (HKX) über die Hohenzollernbrücke in den Kölner Hauptbahnhof. Bei der Jungfernfahrt, die um 6:35 Uhr in Hamburg-Altona gestartet war, waren neben rund 30 Fahrgästen auch die Geschäftsführerin Eva Kreienkamp und der US-Investor Henry Posner an Bord. Es lag wohl an der frühen Abfahrtszeit, dass nicht mehr Fahrgäste den Zug füllten. Für die Rückfahrt um 12:01 Uhr von Gleis 2 hatten rund 200 Passagiere im Internet gebucht. Eva Kreienkamp hat es sichtlich gefreut.

Da die von der österreichischen Bundesbahn gekauften und umgebauten Wagen noch keine Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt haben, setzt der HKX vier gemietete Wagen aus den 1970er Jahren ein. Die Wagen sind sehr gepflegt, in jedem Abteil finden sechs Personen Platz und die Sitze sind neu und bequem. Die Wagen sind überraschend laufruhig, wie der Autor bei der Mitfahrt feststellen konnte. Sie versprechen eine angenehme Fahrt. In jedem Waggon ist ein Cateringabteil und die Bedienung erfolgt am Platz. Die Preise sind moderat, wie auch der Fahrpreis, der weit unter dem der DB liegt. Fünf bis 15 Cent/Km, das sind 20 bis maximal 60 Euro für eine Strecke. Teilstrecken entsprechend weniger. So kostet die Fahrt von Düsseldorf nach Köln ab 8 Euro, Münster – Köln ab 10 Euro. Das Bordpersonal des HKX ist von typischen Eisenbahneraufgaben entbunden und kümmert sich ausschließlich um die Passagiere.

Die Aufgaben des Zugbegleiters, wie z. B. die Abfertigung des Zuges an Bahnhöfen, übernimmt Personal von Veolia, die auch das Lokpersonal stellen. Der HKX verkehrt zunächst einmal täglich von Hamburg nach Köln und retour. Die Abfahrtzeiten sind 6:35 Uhr ab Hamburg-Altona und 12:01 ab Köln Hbf. Von Donnerstags bis Sonntags werden weitere Fahrten angeboten. Dazu werden Züge der Nord-Ostsee-Bahn angemietet.

Am Donnerstag fährt der HKX um 6:35 Uhr und um 11:37 Uhr ab Hamburg-Altona. Freitags bis Sonntags erfolgt eine weitere Abfahrt um 16:37 Uhr. In Gegenrichtung von Köln Hbf. nach Hamburg-Altona fährt der HKX Freitags und Samstags um 7:01 Uhr, 12:01 Uhr und um 17:01 Uhr. Am Sonntag sind 12:01 Uhr, 17:01 Uhr und 21:38 Uhr vorgesehen.

Bild: Jürgen Eikelberg

12 Responses


  1. Bahnfahrer
    24.07.12 um 09:09

    Prima, dann bleibt der HKX zu wünschen, dass das Angebot ein voller Erfolg wird und möglichst bald mehrere Züge am Tag zwischen Köln und Hamburg verkehren. Erst dann wird das Angebot auch für Geschäftsreisende wirklich interessant.
    Die Deutsche Bahn muss auf dieser Strecke endlich etwas tun; ich fahre selber häufig Düsseldorf Hamburg und zurück. Es häufen sich seit langem: fehlende Wagen (schön in der 1. Klasse, wenn nur noch 1 Wagen vorhanden ist), Klimanalagen im Winter wie im Sommer defekt, Bistrowagen fehlt, Wagen selber überaltert und heruntergekommen. Und das auf einer sehr wichtigen Strecke.
    Ich freue mich über die Konkurrenz und werde die Verbindungen der HKX baldmöglichst nutzen.

  2. Hmm, der Standardpreis für nen Bahnkunden mit BC 50 liegt zwischen 42 und 46 € bei zwei Verbindungen pro Stunde. Davon zu reden, dass die Preise weit unter denen der DB liegen ist somit erstmal falsch. Ansonsten, naja, wenn demnächst die ICxen die alte IC Flotte ersetzen, kann ja HKX mal sehen, wer dann noch mit 70er Jahre Rollmaterial fahren will :-D

  3. Von Vor- und Nachlauf (Stichwort Cityticket) ganz zu schweigen.


  4. Beobachter
    25.07.12 um 08:55

    @ Georg K. @ QQ

    Das Angebot von HKX richtet sich eindeutig nicht an BC 50 Kunden und in Hamburg oder Köln kauft man sich dann ein Tagesticket :)


  5. Bahnfahrer
    25.07.12 um 09:33

    Die preislichen Konditionen muss jeder für sich individuell abwägen.

    Ich fühle mich als langjähriger Bahnfahrer und Bahncard-Kunde von der Deutschen Bahn auf der Strecke von Düsseldorf nach Hamburg und zurück schlecht behandelt.
    Wettbewerb ist immer gut, da sich dann alle Beteiligten anstrengen. Und wenn HKX dazu beiträgt, dass die DB sich endlich darum kümmert, die schlechte Qualität der Verbindung Hamburg – Köln und zurück grundsätzlich und anhaltend zu verbesssern, dann ist das doch genau das, was die meisten Kunden erwarten.
    Pünktlichkeit, funktionierende Technik, Sitzplatzgarantie mit entsprechender Kapazität und guten Service.

  6. Sitzplatzgarantie gibt’s immer nur mit Reservierung… Und allgemeine Zwangsreservierung waere, zum Glueck, in Deutschland nicht vermittelbar.


  7. Beobachter
    25.07.12 um 18:42

    @ QQ

    Ich glaube kaum, dass dies auch für einen privaten Betreiber gilt. Sicher wird der HKX auch Passagiere mitnehmen, die nicht im voraus gebucht haben und an Bord zahlen, auch wenn sie dann stehen müssen. Er wird die Züge aber nicht „überbuchen“, wie es die DB sehr gerne macht.

    Im Übrigen ist die Reservierung im Preis enthalten ;)

    Aber wie so „zum Glück“ nicht vermittelbar? Ich wäre froh, wenn ich nicht bis zu meinem reservierten Platz über hunderte Menschen stolperte.


  8. Beobachter
    26.07.12 um 09:41

    @ QQ

    Ich plane meine Reisen :)Und wenn kein Sitzplatz mehr frei ist, nehme ich einen Zug früher oder später. Zur „Not“ fahre ich auch mit dem Auto.

  9. Das Argument des Citytickets ist für mich eh ein schwaches, da dieses ja nur für die einmalige(!) Benutzung im Nahverkehr bis zum Zielort gilt… sprich nicht für Rundfahrten etc.! Hinzu kommt noch, dass dies in vielen Relationen nicht mal kostenfrei hinzugebucht werden kann, wodurch sich am Kauf schon oft eher ein Tagesticket lohnt oder wie in meinem Fall vor kurzem die HamburgCard am Zielort.

  10. Zumindest in manchen Staedten kann man auch ein Tages-CityTicket buchen… Ich meine mal eine entsprechende Eingabemaske im Automaten gesehen zu haben.

  11. Also mit den CityTickets verhält es sich so:
    Wenn man eine Fahrt mit BahnCard 25 oder 50 durchführt, das Ticket mind. ein IC-Ticket ist, die Fahrt mind. 100km weit geht und der Zielort einer ist, wo das CityTicket angeboten wird, bekommt man es kostenlos dazu – auf der Fahrkarte ist es mit +City gekennzeichnet.
    Bucht man eine Hin- und Rückfahrt, bekommt man auch am Tag der Rückfahrt für den Ort, wo die Rückfahrt angetreten ist, ein CityTicket.

    Hat man keine BahnCard, erfüllt man aber ansonsten die restlichen Voraussetzungen, kann man am Automaten auf Wunsch ein sogenanntes CityMobil dazubuchen. Das entspricht vom Preis her jedoch immer exakt den eines Einzeltickets, die mind. das gesamte Stadtgebiet des Zielortes umfaßt (in Stuttgart also Zonen 10+20, in Berlin AB). Insofern lohnt es sich preislich nicht; einzig und alleine den Zeitaufwand, vor Ort ein Einzelticket zu lösen, entfällt.

    Vorsicht, es gilt jeweils: Hat man ein Online-Ticket, muß das Ticket spätestens vor Benutzung der „CityTickets-Funktionalität“ abgestempelt worden sein. Wichtig, falls man mal nicht kontrolliert wurde, dies dann ggf. am Zielort nachholen lassen (z.B. ServicePoint, Schalter – k.A. ob die das machen können).

    Nennt man eine BahnCard 100 sein Eigen, kann man zusätzlich auf der Eisenbahn auch noch in den Städten mit CityTicket beliebig umherfahren.

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