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Chemnitzer Modell: SMWA stellt Finanzierung sicher

16.07.12 (Sachsen) Autor:Niklas Luerßen

Im Rahmen des ÖPNV-Landesinvestitionsprogramms beteiligt sich der Freistaat Sachsen mit rund 65 Mio. Euro am „Chemnitzer Modell“. Damit muss der ZVMS für die Stufen 1 und 2 etwa 21,5 Mio. Euro weniger aufbringen, als bisher gerechnet.

Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP): „Der Freistaat unterstützt das Chemnitzer Modell als hervorragendes Beispiel für einen modernen und kundenfreundlichen Öffentlichen Nahverkehr. Mit solch attraktiven Angeboten können Fahrgäste für den Wechsel von der Straße auf die Schiene gewonnen werden. Das ist innovativ, umweltfreundlich und entlastet den Chemnitzer Stadtbereich.“

Im „Chemnitzer Modell“ wird ein umsteigefreies und damit einfaches Reisen zwischen Stadt und Region möglich. Das Prinzip ist die Verknüpfung von Straßen- und Eisenbahnnetz: Die neuen Fahrzeuge rollen aus dem Umland direkt ins Chemnitzer Stadtzentrum. Für die neu anzuschaffenden Hybridfahrzeuge werden dabei 1,95 Mio. Euro mehr zur Verfügung gestellt. Bisher lag die Obergrenze für eine Förderung aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bei 30 Mio. Euro. Dieser Betrag konnte nun durch Reserven aus nichtabgerufenen Mitteln aufgestockt werden.

Für Dr. Harald Neuhaus, Geschäftsführer der VMS GmbH, eine wichtige Entscheidung „Diese positiven Nachrichten aus dem SMWA sind für unser Chemnitzer Modell mehr als wichtig. Damit wird für den ZVMS Planungssicherheit geschaffen. Jetzt ist es möglich, die Zukunft des ÖPNV für die Region mit dem innovativen Chemnitzer Modell kontinuierlich voran zu bringen.“

Ab der Stufe 2 des Chemnitzer Modells stehen erstmals auch für Planungskosten Fördermittel zur Verfügung. Diese werden mit 90 Prozent gefördert. Auch die Bauleistungen werden mit dem Höchstsatz von 90 Prozent gefördert, statt der sonst regulären 75 Prozent. Das gilt für die Stufe 2 vollständig. Bei der Stufe 1 profitiert der ZVMS bei aktuell noch nicht für die Förderung beantragten Leistungen.

Die Erhöhung des Fördersatzes ist nur aufgrund des Pilotcharakters des Chemnitzer Modells möglich. Die Verknüpfung von Eisenbahn- und Straßenbahnnetz ist baulich, sicherungs- und zulassungstechnisch eine Herausforderung. Durch die weitestgehende Nutzung vorhandener Strecken mit nur wenigen Netzergänzungen ist das Chemnitzer Modell besonders wirtschaftlich und nutzt optimal die zu Verfügung stehenden Ressourcen.

 

Die Stufe 0 des Chemnitzer Modells, die Strecke Chemnitz – Stollberg, zeigt bereits seit 2002, wie das Umland schnell und bequem mit dem Oberzentrum Chemnitz verbunden werden kann. Ziel ist es, ein nachhaltiges Verkehrskonzept im gesamten Raum Chemnitz zu gestalten. Das so genannte Zielnetz 2020 werden 226 Kilometer Eisenbahn- und Straßenbahngleise bilden.

Die Vernetzung der Region mit Chemnitz erfolgt in fünf Ausbaustufen:
·        Stufe 1: Einfahrt Chemnitzer Hauptbahnhof
·        Stufe 2: Ausbau Chemnitz – Thalheim
·        Stufe 3: Ausbau Chemnitz – Niederwiesa
·        Stufe 4: Norderweiterung Limbach-Oberfrohna
·        Stufe 5: Ausbau Stollberg – Oelsnitz

Aktuell wird vor allem an der Stufe 1, Einfahrt Hauptbahnhof gearbeitet. Im Freigelände zwischen der Straße der Nationen und dem Bahnhofsgebäude entsteht aktuell die größte der neuen Stützwände. Hier haben die Bauarbeiten gerade Halbzeit. Die Wand wird den Höhenunterschied zwischen dem Bahngelände und der neu entstehenden Auffahrt für die Bahnen des Chemnitzer Modells und der Straßenbahn abstützen. An der Bahnsteighalle wurden die Fassaden. Hier steht nur noch die Stahlkonstruktion. Im Rahmen der „Fassadengestaltung gemäß Ideenwettbewerb“ wird in den nächsten Monaten das neue Gesicht der Bahnsteighalle entstehen. Nach Fertigstellung der Durchfahrt durch den Chemnitzer Hauptbahnhof fahren die Hybridbahnen in und aus Richtung Hainichen und Burgstädt direkt ab und ins Chemnitzer Zentrum.

Stufe 2: Für die Stufe 2 läuft nun die Ausschreibung der Planungsleistungen.

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