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Betuwe-Linie: Bahnübergänge sollen beseitigt werden

07.05.12 (Europa, Nordrhein-Westfalen, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Ausbau der Betuwe-Linie auf nordrhein-westfälischer Seite geht weiter voran. Im Rahmen des dreigleisigen Ausbaus zwischen Oberhausen und Emmerich zeichnet sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium ein Einvernehmen bei allen wichtigen Bahnübergängen ab, die kreuzungsfrei gestalten werden sollen. Für die stritten Bahnübergang Borghesser Straße in Emmerich wurde eine Lösung gefunden.

Insgesamt gibt es 55 Bahnübergange auf der Strecke. Minister Harry Voigtsberger (SPD): „Ich freue mich, dass unsere dauernde intensive Begleitung der schwierigen Verhandlungen dazu führt, dass einvernehmliche Lösungen bei der Beseitigung der Bahnübergange gefunden werden. Das bestätigt die Dialog-Politik der Landesregierung.“

Auch bei noch ausstehenden Bahnübergängen sind die Abstimmungen „auf einem guten Weg“ wie es in einer Presseerklärung des Ministeriums heißt. Dadurch wird der Ausbau von Oberhausen bis an die niederländische Grenze weiter vorangetrieben. Der Bund hatte die Betuwe-Linie mit rund 770 Millionen Euro in seinen Investitionsrahmenplan aufgenommen. In Düsseldorf rechnet man damit, bereits im kommenden Jahr Baurecht zu erhalten.

2 Responses


  1. Niederrheiner
    07.05.12 um 23:27

    Ist es nicht toll, wie Harry K. Voigstberger sich um die Autofahrer sorgt? Sicher will er nicht mit seinem Dienstwagen eine halbe Stunde an einem geschlossenen Bahnübergang stehen.

    Aber an die Menschen an der Strecke denkt er nicht. Alle zwei Minuten ein Güterzug, das geht an die Nerven. Lärm, vor allem Bahnlärm macht krank. Dazu gibt es genügend wissenschaftliche Untersuchungen.

    Die Niederländer haben es uns vorgemacht, sie haben eine reine Güterzugtrasse gebaut und so weit lärmisoliert, wie es nur ging. Auch in Deutschland gab es Varianten, eine neue und reine Güterzugstrecke jenseits bebauter Gebiete zu bauen. Ich kenne die A 3 (Autobahn 3, falls sich jemand mit Straßen nicht auskennt ;))zwischen Oberhausen und der Landesgrenze sehr gut. Außer ein paar Feldern und Weiden ist dort nichts. Aber dann wird ja die Milch sauer, wenn der Boden unter den Füßen der Kühe vibriert.

    Ein drittes Gleis bringt überhaupt nichts, da auf dieser Strecke auch noch Personenzüge fahren müssen. Das ist rausgeschmissenes Geld. Man sollte lieber einige Millionen mehr ausgeben und eine vernünftige Alternativstrecke nur für den Güterverkehr bauen, so wie die Niederländer.

  2. Also abgesehen davon, dass man mit der Neubaustrecke entlang der A3 jede Menge Wald hätte „entsorgen“ müssen, hätte man spätestens in Dinslaken wieder auf die Hauptstrecke gemusst (oder in Holten unter Abtragung einer Sondermülldeponie), was dem Zweck der Neubaustrecke widersprochen hätte, weil 60% der Anwohner dann überhaupt keinen Nutzen gehabt hätten.

    Außerdem wäre die jetzige Strecke mitsamt Nahverkehr dann garantiert die nächsten 20 Jahre nicht modernisiert worden – und sie hat es verdammt nochmal nötig.

    Die 3 Gleise haben sehr wohl ihren Nutzen, weil so die Verkehrsarten besser getrennt werden können.
    Der Ausbau besteht aber nicht nur im 3.Gleis, sondern vor allem in Bahnhofsumbauten, die eine flexiblere Betriebsweise zulässt.

    Und der Lärmschutz wird auch erst beim Ausbau kommen.

    Bei Bau einer Neubaustrecke hätte man die 8-10 Züge des Nahverkehr pro Stunde, den Fernverkehr und den regionalen Güterverkehr ebenfalls noch auf der Strecke – ohne jeglichen Lärmschutz oder MOdernisierung.

    Da zu befürchten wäre, dass auf der Neubaustrecke die Trassen etwas teurer wären, würden zudem vmtl. zumindest einige Anbieter auch weiter über die Altstrecke fahren, die für langsamen Güterverkehr ja kaum Mehrwert gehabt hätte…

    Zeit wird es jetzt, dass die Planungen voran kommen, man gescheite Lärmschutz- und BÜ-Lösungen findet und dann endlich die Kapazität auf der Schiene erhöht wird.

    Es kann doch nicht sein, dass die Niederlande über 100km Strecke seit 6 Jahren fertig haben und wir sind noch in der Planung (für 60km!).

    Wenn man aber will, dass wir in Deutschland auch so viel Geld für modernen Schienenverkehr ausgeben, muss man vielleicht mal drüber nachdenken, wo man bei der Wahl sein Kreuz macht.

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