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VCD und Mofair fordern „Vorfahrt für grüne Bahnen“

18.03.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Privatbahnvereinigung Mofair e.V. und der Verkehrsclub Deutschland e.V. fordern von der Bundesregierung neben dem bestehenden Programm für Elektromobilität auf der Straße ähnliche Maßnahmen für die Schiene. Schließlich sei Elektromobilität dort bereits seit über hundert Jahren Standard. Die Schiene leistet heute schon einen erheblichen Beitrag zur Minderung von Schadstoff- und CO2-Ausstoß.

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Am gestrigen Donnerstag (17. März) luden beide Vereine zu einer Veranstaltung über Elektromobilität im Eisenbahnverkehr in die Landesvertretung Sachsen-Anhalt nach Berlin. Dort wurden die Potentiale der elektronischen Traktion im Eisenbahnverkehr aufgezeigt und die Notwendigkeit nachgewiesen, auch hier technologische Fortschritte zu erzielen.

VCD-Chef Michael Ziesak: „Die geringere Reichweise von Elektroautos verlangt zwingend nach einem gut ausgebauten elektrisch angetriebenen Eisenbahnverkehr, insbesondere auch im Güterverkehr.“ Elektroautos werden auf absehbare Zeit nur einen geringen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten können. Der Fokus müsse daher insbesondere bei der Eisenbahn gesetzt werden.

Mofair-Vizepräsident Hans Leister: „Es geht aber nicht nur um Technik. Auch das Bahnstromleitungssystem könnte innovativ genutzt werden, indem es in die allgemeine Stromleitungsinfrastruktur integriert wird und so Versorgungssicherheit und den Einsatz erneuerbarer Energien erhöht.“

Leister, selbst Geschäftsführer bei Keolis, nannte die Preisgestaltung bei DB Energie „diskriminierend.“ Statt dessen müsse es eine effiziente Preisstruktur geben. Derzeit sei der Einsatz alter, ineffizenter Loks, insbesondere solche aus der Produktion der Deutschen Bundesbahn, noch immer finanziell zu attraktiv. Dadurch würden auch die Privatbahnen insgesamt benachteiligt.

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Ein Kommentar

  1. Man sollte aber nicht vergessen, dass der Strommix von DB Energie alles andere als grün ist und am anderen Ende der Oberleitung nur allzuoft ein Kohle- oder Atomkraftwerk hängt. Anstatt sich am Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke zu beteiligen oder die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zu fordern, sollte DB Energie lieber daran setzen, den Anteil Erneuerbarer Energien im eigenen Portfolio zu erhöhen. Ansonsten ist es nur allzuschnell vorbei mit dem Umweltvorteil der Elektromobilität auf der Schiene.
    Hilfreich wäre es auch, das Monopol von DB Energie aufzubrechen, damit andere Anbieter die Möglichkeit haben, (Öko-)Strom für den Bahnbetrieb anzubieten. Das müsste doch auch im Interesse von Herrn Leister und seinen Mitstreitern sein…

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