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Bogestra testet Hybridbus von Solaris und Voith

26.03.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Hybridbus der Bogestra am Gelsenkirchener HauptbahnhofDie Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) testet seit Mitte Februar den Urbino DIWAhybrid des Herstellerkonsortiums aus Solaris und Voith. In diesem Bus wird ein konventioneller Dieselmotor von einem 150 kW starken Elektromotor unterstützt. Ein Supercap-System speichert Energie, spart Kraftstoff und reduziert den Verschleiß. Der 18 Meter lange Gelenkbus ist komplett barrierefrei.

Solaris-Chef Solange Olszewska: „Zusammen mit unserem langjährigen Partner Voith Turbo gehen wir somit einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Elektromobilität. Mit dem Urbino 18 DIWAhybrid erhalten unsere Kunden einen parallelen Hybridbus, der keine Abstriche in Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit macht.“

Beim jetzt zu testenden Bus unterstützt ein asynchroner Elektromotor den Dieselmotor beim Anfahren und Beschleunigen. Während des Bremsvorgangs arbeitet die Asynchronmaschine als Generator und wirkt wie ein Primärretarder, der den DIWA-Sekundärretarder optimal ergänzt. Dies erzeugt elektrische Energie, entlastet die Betriebsbremse, reduziert den Bremsenverschleiß und die daraus resultierende Feinstaubbelastung.

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Die während des Bremsvorgangs zurück gewonnene Energie wird in einem nur 410 kg schweren Supercap-System gespeichert. Die fünf 125-V-Module haben eine Speicherkapazität von insgesamt 0,5 kWh. Um die Platzverhältnisse im Fahrgastraum nicht zu beeinträchtigen sind die Supercaps ebenso wie der Voith-Umrichter auf dem Fahrzeugdach angeordnet.

Der Bus ist bis zu 290 kW Eingangsleistung und 1 600 Nm Eingangsdrehmoment ausgelegt. Mit 150 kW elektrischer Antriebsleistung nimmt das System dem Dieselmotor so viel Arbeit ab, dass dieser gegenüber konventionellen Dieselbussen deutlich kleiner ausgeführt werden kann. Im Urbino 18 DIWAhybrid kommt ein Cummins ISB6.7EV 250H zum Einsatz, der bei 6,7 l Hubraum 181 kW (246 PS) leistet und die anspruchsvolle EEV-Abgasnorm erfüllt.

Durch die Verwendung des kleineren Dieselmotors erhöht das gesamte Hybridsystem das Gewicht des Busses um nur 600 kg. Den Passagieren bietet sich ein gegenüber dem konventionell angetriebenen Solaris Urbino 18 identischer Fahrgastraum mit vergleichbarer Beförderungskapazität. Er bietet 51 Sitz- und 110 Stehplätze.

Die Bogestra verwendet bereits seit 2008 einzelne Hybridbusse. Sie ist als Mitglied des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) Teil einer Modellregion für Elektromobilität. In der Region ist man stolz darauf, auch wenn die Technik schon seit den späten 70er Jahren bekannt ist und für Jahrzehnte brach gelegen hat.

Anlässlich der Vorstellung des Programmes im letzten Jahr sagte VRR-Chef Martin Husmann bei der Bogestra: „Die Förderung von Hybridbussen belegt unser Ziel, im ÖPNV auf moderne Antriebstechniken zu setzen. Mit den bereits im Linieneinsatz fahrenden und den für 2011 bestellten Hybridbussen verfügen der VRR und seine Verkehrsunternehmen über eine umweltfreundliche und leistungsfähige Busflotte auf dem aktuellsten Stand der Technik.“

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