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Mofair begrüßt Vorschlag eines deutsch-französischen Gemeinschaftsnetzes

26.03.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Der deutsche Privatbahnverband Mofair unterstützt den Vorschlag des französischen Bahnchefs Guillaume Pepy, die Eisenbahnnetze Deutschlands und Frankreichs zu fusionieren und in die Hand einer unabhängigen zweistaatlichen Behörde zu überführen. Das französische Schienennetz gehört nicht der SNCF, sondern dem Netzbetreiber RFF (Réseau Ferré de France). Allerdings betreibt die SNCF den gesamten Personenverkehr im Staat.

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Mofair-Präsident Wolfgang Meyer: „Mit dieser innovativen und wettbewerbsfördernden Idee verlässt der SNCF-Chef den politischen Schützengraben, in dem sich die Deutsche Bahn nunmehr nur noch allein befindet. Damit taugt die französische Staatsbahn nicht mehr als Buhmann, der den Wettbewerb behindert. Die deutsche Politik hat damit keine Entschuldigung mehr.“

Die Deutsche Bahn, so Mofair, kämpfe weiterhin für den Erhalt des integrierten Konzerns, obwohl sie genau wisse, dass die Infrastruktur auf Jahre hinaus nicht in der Lage sein wird, angemessene Renditen zu erwirtschaften. Meyer: „Warum sie den Verlusterbringer dann nicht loswerden will, bleibt wohl das Geheimnis von Herrn Grube.“

Außerdem sei es gängige DB-Rhetorik, die Einheit von Rad und Schiene als notwendige Bedingungen für hochwertigen Eisenbahnverkehr zu betrachten. Dazu Meyer: „ Würde Bahnchef Grube dieses Argument wirklich glauben, könnte er mit seinen Transportunternehmen nicht auf den Schienen Frankreichs, Großbritanniens oder Polens herumfahren. In keinem dieser Länder gehört ihm das Schienennetz.“

Der Mofair-Präsident, der früher Geschäftsführer bei Abellio war und der Gesellschafterversammlung der Westfalenbahn vorstand, wies darauf hin, dass die Deutsche Bahn in Frankreich an der Gründung des Verbandes AFRA (Association Francaise du Rail) beteiligt war. Auch für Deutschland gebe man „die Hoffnung nicht auf, dass auch die Deutsche Bahn und wenn die nicht dann wenigstens die Politik die Zeichen der Zeit erkennen wird und für eine effektive Trennung des Netzes von den Transportunternehmen sorgen wird.“

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Ein Kommentar


  1. trainguide
    27.03.11 um 15:51

    Außerdem sei es gängige DB-Rhetorik, die Einheit von Rad und Schiene als notwendige Bedingungen für hochwertigen Eisenbahnverkehr zu betrachten.

    Ich frage mich manchmal, wie dämlich ein Bewerber bei einem Einstellungsgespräch bei der DB AG reagieren muss, wenn er auf den integrierten Konzern angesprochen wird.

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