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570 Millionen Euro für die Infrastruktur in Berlin/Brandenburg

09.03.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Schnellfahrstrecke Hannover - Berlin wird InvestitionsschwerpunktAuch in diesem Jahr bleibt die Region Berlin/Brandenburg Investitionsschwerpunkt bei der Deutschen Bahn. 105 Millionen Euro sind für die Bahnhöfe und Haltepunkte, 465 Millionen Euro sind für das Gleisnetz vorgesehen. Ab April wird dabei fünf Monate lang schwerpunktmäßig auf der Schnellfahrstrecke von Berlin nach Hannover gebaut. Nach zwölf Jahren mit Tempo 250 müssen dort die Gleise ausgetauscht werden.

Ingulf Leuschel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin: „ Das Bündeln von Baustellen in den Korridoren hat sich bei der Bauplanung und vor allem auch bei der Kundeninformation bewährt. Unser Konzept sieht vor, immer nur ein Gleis zu erneuern. Auf dem anderen Gleis können die Züge weiter mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. So erklärt sich die längere Reisezeit.“ Die Fahrzeit der ICE und InterCity zwischen Berlin und Hannover bzw. Berlin und Braunschweig verlängert sich um bis zu einer halben Stunde.

Weitere wichtige Projekte in der Region sind der Streckenausbau zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau – dieser wird noch im Juni beendet sein. Am Ostkreuz entstehen ein neuer S-Bahnsteig. Der beidseitige Bahnanschluss zum neuen Flughafen bei Schönefeld und die eigentliche Bahnstation gehen planmäßig im Oktober in Betrieb.

In Baumschulenweg werden im April die Gleise 1 und 2 für die Fernbahn fertiggestellt. Für die S-Bahn Berlin wird die alte Signaltechnik von Schönholz bis Frohnau und auf dem östlichen Innenring auf moderne elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) umgerüstet. Das ESTW Schönefeld geht in Kürze in Betrieb und das Zentralstellwerk der S-Bahn wird auf den Stand der Technik gebracht.

Die Bahnstationen Schönholz, Wuhlheide, Grunewald, Wannsee, Humboldthain und Biesdorf erhalten neue Aufzüge und die Fahrgastinformationen werden durch LCD- und dynamische Schriftanzeiger an vielen weiteren Bahnstationen verbessert. Aus den Konjunkturprogrammen des Bundes investiert die Bahn noch bis zum Ende dieses Jahres etwa 16 Millionen Euro. Seit 2009 sind damit insgesamt 45 Millionen Euro für 293 Maßnahmen an 207 kleineren und mittleren Bahnhöfen der Region verwendet worden.

Bild: Sebastian Terfloth. Lizenz: CC-by-SA 3.0

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3 Responses

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  2. Nach zwölf Jahren mit Tempo 250 müssen dort die Gleise ausgetauscht werden.

    Dafür, dass die feste Fahrbahn angeblich verschleiß- und damit wartungsfrei sein soll, kommt ein Austausch nach zwölf Jahren aber früh.


  3. Mattes Weiss
    10.03.11 um 12:23

    Dafür, dass die feste Fahrbahn angeblich verschleiß- und damit wartungsfrei sein soll

    Von einem vollständig verschleiß- und wartungsfreien Gleisoberbau auf der Festen Fahrbahn habe ich noch nie etwas gehört. Schließlich ist es für den Rad-Schiene-Kontakt, durch den Verschleiß und bestimmte Schienenfehler (z. B. Head Checks [Haarrisse]) entstehen, relativ egal, ob die Schiene auf Schotteroberbau oder FF liegt. Dementsprechend müssen die Schienen auch weiterhin geschliffen und/oder gewechselt werden.

    FF soll – und dem widerspricht die Meldung auch nicht – spezifische Wartungsarbeiten des Schotteroberbaus – insbesondere Durcharbeitung (Richten/Stopfen), Schotterreinigung/-austausch, Schwellenwechsel – überflüssig machen. Wenn man betrachtet, daß die TGV-Strecken mit Schotteroberbau z. T. mehrmals im Monat gestopft werden, wird klar, was unter der deutlichen Reduktion des Wartungsaufwands durch FF verstanden wird. Daß gegebenenfalls (je nach Bauart) auch der weitere Wartungs-/Instandhaltungsaufwand (mehr oder weniger) reduziert wird (weil z. B. der verstärkende Effekt durch Gleislagefehlern entfällt) ist da nur ein Nebeneffekt.

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