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Bahn und Siemens wollen neue Züge zuverlässiger machen

14.02.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, will die Deutsche Bahn künftig die Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller Siemens verbessern, um Pannen, wie sie zuletzt bei den ICE-Zügen aufkamen, in Zukunft zu vermeiden. Diese neue Arbeit der Zusammenarbeit solle demnach erstmals beim ICx zum Einsatz kommen. Allerdings ist die Bestellung des ICx insgesamt unwahrscheinlich geworden.

Nichtsdestotrotz kündigte ein namentlich nicht genannter „hochrangiger Bahn-Manager“ an, es werde einen Austausch von Betriebsdaten geben. Die wurden bislang stets als Unternehmensgeheimnis betrachtet. Wartung und Instandhaltung des Rollmaterials hat man bei DB Fernverkehr ohne Hilfe der Fahrzeughersteller gemacht, obwohl das in der Branche eigentlich längst üblich ist. Damit soll nun Schluss sein.

Es wird berichtet, dass der Vertrag über die ICx zwischen Deutscher Bahn und Siemens kurz vor dem Abschluss stehe. Das ist aber bereits seit rund einem Jahr Stand der Dinge. Es hapert am Preis, die Bahn ist bislang nicht bereit, so viel zu zahlen, wie Siemens haben will. Mit der Bestellung von Doppelstockwagen für den InterCity dürften die ICx-Züge in weite Ferne gerückt sein.

Trotzdem wird Siemens-Mobility-Chef Hans-Jörg Grundmann von der Zeitung dahingehend zitiert, dass der Vertrag „in naher Zukunft“ abgeschlossen werde. Im nächsten Satz relativiert er das jedoch schon wieder, wenn von „den nächsten Wochen und Monaten“ die Rede ist.

2 Responses


  1. Bodo A. Menschenfreund
    14.02.11 um 10:03

    Vielleicht ist es eine wirtschaftlich interessantere Perspektive, wenn sich die Deutsche Bahn aus dem gesamten „interregionalen“ Angebot zurückzieht und diesen Bereich den anderen EVUs überlässt …


  2. trainguide
    14.02.11 um 10:17

    Meines Erachtens wird es keine ICx Bestellung geben, da die Investitionskosten gemessen an den Erlösen, die im IC-Verkehr zu erzielen sind, viel zu gering sind. Das IC-Netz ist heute noch -und nur gering- profitabel, weil es mit überwiegend oder fast ausschließlich abgeschriebenen Fahrzeugen bedient werden kann. Dies würde sich mit der Umstellung auf ICx ändern.

    Die spätere Wartung moderner Fahrzeuge würde schon heute eher in die Hand der Hersteller gehören. Auch in der Bauwirtschaft wird heute kein Hochhaus nur geplant und gebaut, sondern mit der Beauftragung geht auch die spätere Wartung des Gebäudes in der Regel an den Auftragnehmer des Baugeschäftes über, der dafür Subunternehmen in seiner Holding gegründet hat.

    Die DB AG hinkt der allgemeinen Entwicklung bei der Wartung da Jahre hinter her. Sie macht die Wartung selber – bei eher mäßigen Ergebnissen in der Verfügbarkeit. Solange die DB AG externe Wartung nicht bei neuen Fahrzeugenserien einfordert, solange werden es die Hersteller aber auch nicht anbieten.

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