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VRS unterstützt LKW-Navigation

18.07.17 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Tarifraum des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg zählt zu den größten Logistikstandorten Europas. Tausende Lastwagen durchqueren täglich die Region. Diese Entwicklung setzt höchste Ansprüche sowohl an die Infrastruktur als auch an das Verkehrsmanagement. Aus verkehrs-, wirtschafts- und umweltpolitischer Sicht ist es daher dringend notwendig, die Routenwahl der Logistikverkehre steuernd zu unterstützen.

Unter dem Titel „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für die Region Rheinland und NRW“ erstellt das VRS-Projekt „mobil-im-rheinland“ daher im Auftrag des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums eine technische Plattform, um Daten für eine optimale Routenführung von Lkw im kommunalen Straßennetz zu generieren.

Die Erfassungssoftware SEVAS, mit deren Hilfe Kommunen des Rheinlandes ihre unter Verkehrs- und Umweltaspekten bevorzugten Lkw-Routen erfassen und einspeisen können, steht nun bereit. Mit der Freischaltung der Software ist ein Meilenstein erreicht. Feststeckende Lkw unter Brücken und Gefahrenguttransporter, die sich in Wohngebieten verfahren, sollten damit mittelfristig der Vergangenheit angehören.

VRS-Geschäftsführer Norbert Reinkober: „Da sich der öffentliche Personennahverkehr die Straßen mit dem Schwerlastverkehr teilt, ist es künftig von größter Bedeutung, intelligente Lösungen auch für diesen Nutzerkreis zu unterstützen. Fährt sich ein Lkw aufgrund einer unbekannten Örtlichkeit innerhalb der Stadt oder Gemeinde fest oder beschädigt er eine Oberleitung der Straßenbahn unter einer Brücke, kann dies heute zu teilweise nachhaltigen Störungen im Verkehrsablauf des öffentlichen Nahverkehrs führen. Somit liegt die erfolgreiche Durchführung des Projektes „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation“ im ureigenen Interessen des VRS – auch wenn es auf den ersten Blick nichts mit ÖPNV zu tun hat.“

Im Auftrag des Ministeriums greift das VRS-Projekt „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation Region Rheinland“ diesen Ansatz auf und entwickelt ihn technisch auf höchstem Niveau weiter. Es bezieht sich zunächst auf das Gebiet der Metropolregion Rheinland mit 148 Städten und Gemeinden, wird aber für eine landesweite, bzw. darüber hinausgehende Ausdehnung konzipiert und umgesetzt.

Die bisher 110 am Projekt beteiligten Kommunen werden unter Federführung des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg/mobil-im-rheinland, sowie der Unterstützung des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, den Industrie- und Handelskammern des Rheinlandes und weiteren Partnern in die Lage versetzt, routingfähige Kartengrundlagen für ein effizientes und stadtverträgliches Lkw-Vorrangnetz in der Region schaffen. Dazu wird ein Web-basiertes Portal entstehen, das neuesten technischen Anforderungen entspricht. Hier werden wichtige Daten, etwa die Maximalbreite der Straßen oder die Höhe von Brücken eingepflegt. Staus durch feststeckende LKW sollen vermieden werden.

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