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BVG-Aufsichtsrat trifft weitgehende Entscheidungen für die Zukunft

25.06.12 (Berlin) Autor:Niklas Luerßen

Der Aufsichtsrat hat das BVG-Konzept zur weiteren und intensiveren Anbindung des Flughafens Tegel begrüßt. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum: „ Auf die BVG ist Verlass. Wieder einmal hat das Unternehmen sich schnell und engagiert den Anforderungen gestellt und sichert damit eine, dem Flugangebot in Tegel angepasste, ÖPNV-Anbindung.“

Schon ab kommenden Montag werden die Busse der TXL-Linie von und zum Flughafen Tegel überwiegend im 5 Minutentakt eingesetzt. Aber auch in den verkehrsarmen  Zeiten wird der TXL alle 10 Minuten angebunden. Die Verbindungen in Richtung westliche City bleibt mit den Linien X9 und 109 auf dem gewohnt hohen Niveau erhalten. Da bis nach 23.00 Uhr  Flugzeuge in Tegel landen, ist auch der Busverkehr entsprechend worden und fährt angepasst länger.

Mit 12 zusätzlichen Servicekräften unterstützt die BVG den möglichst reibungslosen Ablauf der An- und Abfahrten am Flughafen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erteilen Fahrplanauskünfte und verkaufen auch Fahrausweise. Insgesamt sind damit jeden Tag 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BVG mehr im Einsatz, um den Fluggästen eine bequeme und schnelle An- oder Abreise zu ermöglichen. Alle zwei Minuten wird ein Bus den Flughafen anfahren bzw. verlassen und über die Anschlüsse zu U- und S-Bahnen günstige Verbindungen in und aus allen Richtungen anbieten.

In den kommenden 3-4 Wochen wird dieses zusätzliche Angebot dann auch vollständig  in die Pläne und die Auskunftssysteme eingearbeitet sein und kann dann auch wieder – wie gewohnt – über Internet und Handy abgerufen werden.

 

In seiner Sitzung hat der Aufsichtsrat der BVG außerdem der Ausschreibung von 2 Vorserienfahrzeugen mit der Option auf Vergabe einer Serienherstellung neuer U-Bahnzüge beschlossen. Nach dem jetzigen Zeitplan könnten damit  2015 in einem ersten Schritt zwei Vorserienzüge geliefert werden. Diese werden dann einem ausgiebigen Praxistest unterzogen. Die Auslieferung der neuen Serie könnte dann Ende  2017 beginnen. Diese neuen durchgehenden 4-Wagenzüge werden die U-Bahn der Serie A3L71 – die damit nach mehr als 45 Jahren Einsatz ausgemustert werden – ersetzen.
Die neuen U-Bahnen werden im Gegensatz zu der auszumusternden Serie durch­gehend begehbar sein und ein modernes Außen- und Innendesign erhalten. Weiter­hin sind vorgesehen: Eine Luftfederung, die einen erhöhten Fahrkomfort sichert und moderne Fahrgastinformationsgeräte. Die Züge werden zudem komplett mit Videokameras ausgerüstet. Außerdem werden sie die Eigenschaft besitzen, beim Bremsen ca. ein Fünftel der aufgenommenen Energie wieder in die Stromschiene zurückzuspeisen. Diese Bremsenergie steht dann anderen U-Bahnen zum Anfahren zur Verfügung. Ein weiterer Aspekt ist die Barrierefreiheit. Die neuen Wagen sollen einen niveau­gleichen Einstieg vom Bahnsteig in den Wagen ermöglichen. Außerdem soll es einen Mehrzweckbereich mit Klappsitzen und einen eigenen Rollstuhlbereich geben. Eine behindertengerechte Ausführung und Höhe der Türtaster sowie ein mit dem Blinden­verband abgestimmtes Haltestangenkonzept sind ebenfalls vorgesehen.

Durch die sogenannte „Bombierung“ werden die neuen Züge 10 cm breiter und ermöglichen dadurch eine komfortablere Anordnung der Sitzflächen und Mehrzweckbereiche. Die gesamte Maßnahme zur Neubeschaffung von neuen U-Bahnzügen wird vom Land Berlin mit rund 158 Mio. EUR finanziert.

 

Weiterhin stimmte der Aufsichtsrat dem 2. Serienabruf von zusätzlich 39 Straßenbahnfahrzeugen vom Typ „FLEXITY Berlin“ zu. Unter Berücksichtigung der Bestellung über 99 Fahrzeuge aus 2010 werden damit insgesamt 38 lange Einrichtungsfahrzeuge und 47 lange Zweirichtungsfahrzeuge sowie 53 kurze Zweirichtungsfahrzeuge beim Hersteller Bombardier Transportation bestellt. Damit reagiert die BVG zum einen auf die sehr positive Entwicklung der Fahrgastzahlen bei der Straßenbahn und zum anderen ermöglichen Zweirichtungsfahrzeuge den eventuellen Verzicht auf Wendeschleifen bzw. die Verbesserung der Haltestellengestaltung. Mit dieser Beschaffung ist dann auch gesichert, dass die alten Tatrawagen bis zum Jahr 2017 endgültig ausgemustert werden können. Das vom Land Berlin finanzierte Gesamtbudget beträgt 439,1 Mio. EUR.

 

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung wurden auch zwei Personalentscheidungen getroffen. Der Aufsichtrat unter Vorsitz von Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum hat die vorzeitige Verlängerung zweier Vorstandsverträge beschlossen. So wird der Vertrag der Vorstandsvorsitzenden und Vorstand Betrieb der BVG, Dr. Sigrid Evelyn Nikutta und der Vertrag des Vorstands Vertrieb und Finanzen der BVG, Henrik Falk ab dem 1. Januar 2013 jeweils um fünf Jahre verlängert. Der Aufsichtsrat wird diesen Beschluss der Gewährträgerversammlung mit der Empfehlung auf Zustimmung vorlegen.

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