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Vossloh-Kiepe liefert 31 neue Fahrzeuge für die Wuppertaler Schwebebahn

11.11.11 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Wuppertaler Stadtwerke haben den Auftrag für die Beschaffung 31 neuer Schwebebahnen an den Düsseldorfer Hersteller Vossloh-Kiepe vergeben. Die bisherigen Fahrzeuge aus den 70er Jahren sollen bis 2015 ersetzt werden – das ist etwa zehn Jahre später als zunächst vorgesehen. Dabei sind die Stadtwerke zudem von Planungen für fahrerlose Züge abgerückt. Es wird weiterhin Fahrer geben.

Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wuppertaler Stadtwerke: „Es ist eine Aufgabe, wie sie nur einmal in jeder Generation bewältigt werden muss und wir sind stolz, dass die Beschaffung neuer Schwebebahnwagen uns zufällt.“ Das Investitionsvolumen beträgt 122 Millionen Euro, davon stammen zwanzig Millionen Euro als Förderung vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

Die neuen Schwebebahnen sollen leiser werden, über eine Klimaanlage verfügen und statt der Plastikschalen zum Sitzen, denen man ihren Ursprung aus den 70er Jahren deutlich ansieht, werden sie über gepolsterte Sitzplätze verfügen. Das Heck der Ein-Richtungs-Fahrzeuge wird ein Fenster bis zum Boden haben. Das ist seit jeher der Lieblingsplatz von Einheimischen und Touristen. Der Blick auf die Wupper bzw. die Straßen wird dabei nicht mehr verbaut.

Planungen, die vier Drehgestelle auf dem Dach zu verkleiden, sind allerdings wieder vom Tisch. Damit soll einerseits Gewicht gespart werden – schließlich sollen die Fahrzeuge auch energetisch eine spürbare Verbesserung bringen – andererseits folgt man damit dem Wunsch der Schwebebahn-Fans, auch weiterhin einen freien Blick auf „ihre“ Motoren zu erhalten.

Der erste Prototyp wird 2014 am Gerüst hängen, im Jahr 2015 sollen monatlich zwei bis drei Züge ausgeliefert werden. Sie verfügen über die Möglichkeit, die Bremsenergie in die Stromversorgung zurückzuspeisen. Die Spannung wird, auch aufgrund der zusätzlichen Fahrzeuge, die für den anvisierten Zwei-Minuten-Takt benötigt werden, von derzeit 600 Volt auf 750 Volt erhöht.

Doch die Wuppertaler Schwebebahn ist mehr als nur irgendeine Stadtbahn, mehr als nur eine Linie im VRR. Sie ist Wahrzeichen und Identifikationsmerkmal der Stadt, sie verbindet die Menschen an der Wupper – metaphorisch, wie auch verkehrlich.

Als in Elberfeld wir in der Schwebebahn
runter auf das Wupperwasser sahen
Und dann unsere Blicke hoben
Gen einander, ins Gesicht
Hätten wir uns eigentlich verloben
Können – Dann, wir tatens nicht.
Weil man manchmal in der Schwebe schweigen
Vorzieht – um bald wieder auszusteigen.

(Joachim Ringelnatz)

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