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Personalübernahme nach Betreiberwechsel

11.11.11 (Ostdeutschland) Autor:Jürgen Eikelberg

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 findet auf den beiden Linien der Märkischen Regiobahn ein Betreiberwechsel statt. Die berufliche Zukunft der Mitarbeiter im Fahrdienst ist weitgehend gesichert. Künftig fahren auf den Strecken ‚Berlin-Wannsee – Jüterbog’ und ‚Brandenburg an der Havel – Rathenow’ nach gewonnener Ausschreibung Züge der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG).

Alle 18 bislang bei der Märkischen Regiobahn eingesetzten Triebfahrzeugführer haben eine Anschlussbeschäftigung in ihrem Beruf gefunden, wobei die Weiterbeschäftigung in der Veolia-Verkehr-Gruppe unter Berücksichtigung der Einsatzwünsche das vorrangige Ziel war. Fünf Kollegen wechseln zur Veolia Verkehr Personalservice GmbH, dem neu gegründeten Lokführer-Pool der Gruppe. Drei Triebfahrzeugführer gehen zur Veolia Verkehr Regio Ost GmbH und sechs wechseln direkt zur ODEG. Von den Kundenbetreuern werden 15 von 17 Stammmitarbeitern bei der ODEG weiterhin auf den vertrauten Strecken unterwegs sein.

„Wir sind sehr erleichtert, dass wir für nahezu alle betroffenen Kollegen und Kolleginnen eine Lösung für den anstehenden Betreiberwechsel gefunden haben“, sagt Ulrike Haber-Schilling, Arbeitsdirektorin bei Veolia Verkehr. „Natürlich bedauern wir es, dass ausgerechnet jene engagierte Mitarbeiter, die bei Kundenbefragungen mehrfach Spitzenwerte erzielt haben, unser Unternehmen verlassen werden“, so Haber-Schilling weiter. „Ich wünsche ihnen alles Gute auf ihrem weiteren beruflichen Weg, und der ODEG einen erfolgreichen Betriebsstart.“

Mit gutem Willen geht es also auch ohne einen Betreiberwechseltarifvertrag, den die ODEG noch nicht mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) abgeschlossen hat. Dort befinden sich die Tarifverhandlungen noch in der Schlichtung.

4 Responses

  1. Eine gelungenene Personalregelung bei einem kleinen Betreiberwechsel bei 2 kurzen Regionalbahnlinien sagt doch überhaupt nichts darüber aus, was bei großen Betreiberwechsel geschehen kann. Da geht es um eine viel größere Anzahl an betroffenen Arbeitnehmern, die nicht alle im gleichen Betrieb weiterarbeiten können bzw. vom neuen Betreiber angenommen werden. Der „gute Wille“ wird dann sehr schnell hinter die „wirtschaftlichen Erfordernisse“ zurückfallen.

  2. @ Berliner

    …die nicht alle im gleichen Betrieb weiterarbeiten können bzw. vom neuen Betreiber angenommen werden

    Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen ;). So ist das nun mal in der realen Arbeitswelt. Und kein Arbeitgeber bindet sich Personal ans Bein, was er nicht brauchen kann.

  3. Ich kenne einige Kollegen die nicht von der ODEG übernommen werden und jetzt in den Lokführerpool (Zeitarbeitsfirma mit schlechten EVG-TARIF, bundesweiter Einsatz) müssen, sie sind alles andere als glücklich.
    Ein Betreiberwechsel nach GDL sieht anders aus. Aber Veolia und Netinterna favorisieren ja die EVG Variante mit dem herausfiltern von „Rosienen“.
    Wieviel Geld bekommt man eigendlich für so einen lancierten Beitrag?

  4. @ noname

    Wie schrecklich, bundesweiter Einsatz. In anderen Verkehrsberufen ist das seit seit mehr als einhundert Jahren übliche Praxis. Manche Menschen sind sogar europaweit unterwegs.