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Käfer sorgt für Arbeit

05.11.11 (Stuttgart) Autor:Jürgen Eikelberg

Ein entfernter Verwandter des Mistkäfers droht jetzt dem zuständigen Projektabschnittsleiter, einem Projektingenieur und einem Beauftragten für den Umweltschutz zum Verhängnis zu werden, obwohl das Insekt gar nicht da war. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat beim Amtsgericht Stuttgart einen Strafbefehl gegen diese Männer beantragt, weil sie die Fällung einer großen Platane am 1. Oktober 2010 im Schlossgarten veranlasst hatten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, dass sie die Fällung angeordnet haben, obwohl sie hätten wissen müssen, „dass sie damit eine streng geschützte Tierart, den Juchtenkäfer, in seiner natürlichen Umgebung erheblich stören beziehungsweise schädigen“ könnten. Dies hätten sie „billigend in Kauf genommen“, um eine Verzögerung der Bauarbeiten zu Stuttgart 21 zu vermeiden.

Ein Gutachten hatte damals ergeben, dass Bäume in dem Park entweder von Juchtenkäfern besiedelt oder „zumindest zur Besiedlung geeignet“ waren. Somit hätte die Platane vorsichtig (!) von oben stückweise abgetragen werden müssen. Gegebenenfalls hätte man eine „Notbergung“ vornehmen der Käfer und ihrer Larven und die Fällarbeiten gestoppt werden müssen. Über das weitere Vorgehen hätte dann neue entschieden werden müssen.

Das Amtsgericht Stuttgart hat nun über den Erlass des Strafbefehls zu entscheiden.

Bild: Gemeinfrei

2 Responses

  1. Pingback: Medienberichte 5.11. | Bei Abriss Aufstand

  2. Was für eine Satire… Wenn das Immobilienprojekt in Stuttgart nur nicht so teuer für den Steuerzahler wäre, ohne das ein erkennbarer Nutzen daraus resultieren würde.

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