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Deutsche Bahn treibt Planungen für Emmerich und Oberhausen voran

15.11.11 (Güterverkehr, Nordrhein-Westfalen) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Deutsche Bahn in der letzten Woche den vierten von insgesamt zwölf Abschnitten für das Planfeststellungsverfahren der Ausbaustrecke Emmerich – Oberhausen bei der Essener Außenstelle des Eisenbahnbundesamtes (EBA) eingereicht. Es handelt sich um eine 4,7 Kilometer lange Teilstrecke zwischen Voerde und Dinslaken. Neben einem dritten Gleis müssen auch die vorhandenen Bahnübergänge kreuzungsfrei gestaltet werden.

Darüber hinaus plant die Bahn umfangreiche Schall- und Erschütterungsschutzmaßnahmen, um den Vorgaben das Gesetzgebers zu entsprechen. Die Ausbaustrecke zwischen Emmerich und Oberhausen ist Teil des Europäischen Güterkorridor Rotterdam – Genua. Allerdings liegen die Planungen auf deutscher Seite noch immer weit zurück, sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg.

Die Betuwe-Route auf niederländischer Seite wurde schon vor Jahren fertiggestellt, der Gotthardbasistunnel auf Schweizer Seite geht 2017 in Betrieb. Die Schweizer drohten bereits damit, deutsche LKW an der Grenze zwangsweise auf die Schiene zu verladen, wenn die Eisenbahnachse Rotterdam – Genau auf deutscher Seite nicht ernsthaft genug weiterverfolgt wird.

Der Bundesverkehrswegeplan in dieser Sache ist bereits seit Jahren unterfinanziert. Seit 2011 muss die Deutsche Bahn jährlich 500 Millionen Euro Dividende an den Bund abführen – Geld, das im Haushalt versickert und der Eisenbahn nicht zugute kommt. Zwar hat die Bundesregierung beschlossen, ab 2012 eine Milliarde Euro mehr im Jahr für die Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, jedoch fließen davon nur 100 Millionen Euro in die Schiene. Schlechte Aussichten für das in den kommenden Jahren zu erwartende exponentielle Wachstum im Güterverkehr.

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