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Stadtwerke Bonn setzen auf ESTW

03.08.22 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Mit dem Austausch des alten Stellwerks am Hauptbahnhof endet Anfang August ein Großprojekt von SWB Bus und Bahn. Vor zehn Jahren wurde damit begonnen, die Stellwerke von Relaistechnik auf den elektronischen Betrieb umzustellen. Vom 2. bis 10. August wird der Betrieb auf den Stadtbahnlinien 16, 18, 63, 66, 67 und 68 eingeschränkt. In dieser Zeit ersetzen Busse in bestimmen Abschnitten die Bahnen, betroffen sind vor allem Bereiche zwischen Hauptbahnhof und Olof-Palme-Allee, aber auch die Südbrücke.

„Eine Stellwerksanlage steuert und sichert alle Fahrten der Stadtbahnen mit Hilfe von Signalen, Weichen und Schrankenanlagen“, erklärt Joachim Schallenberg, Fachbereichsleiter der Verkehrsleistelle von SWB Bus und Bahn. Gemeinsam mit seinem Team überwacht er von der Thomas-Mann-Straße aus den Bus- und Bahnverkehr in und um Bonn. Damit die Stadt- und Straßenbahnen sicher und verlässlich fahren, ist zudem eine moderne Verkehrsinfrastruktur notwendig.

„Die unbekannte und meist unsichtbare Signaltechnik ist seit rund fünfzig Jahren rund um die Uhr im Einsatz und gewährleistet so täglich die Sicherheit zehntausender Fahrgäste im Stadtbahntunnel und den angrenzenden Strecken der Bonner Stadtbahnen“, ergänzt Christian Lehr, Fachbereichsleiter für Signaltechnik bei SWB Bus und Bahn. Die meisten Arbeiten rund um die Stellwerke finden unter dem „rollenden Rad“ statt. Das heißt, es wurde bisher zwischen den Zugpausen oder der Betriebsruhe gearbeitet.

„Wir wollen den Verkehr möglichst aufrechterhalten und so wenig wie möglich für die Fahrgäste einschränken“, so Lehr und Schallenberg. Die aktuellen Arbeiten am Stellwerk Ramersdorf Südbrücke haben in 2019 und die an den Stellwerken Bonn Zentral und Bundesrechnungshof in 2020 begonnen. In dieser Zeit wurden im Tunnel und auf der Südbrücke die neuen Anlagen montiert. In der ersten Augusthälfte werden sie in Betrieb genommen und die alten Anlagen demontiert. Die neue Stellwerkstechnik wird aktiv geschaltet und geprüft.

Auch Probefahrten finden statt, deshalb muss der Bahnverkehr in dieser Zeit durch Busse ersetzt werden. Infos dazu gibt es hier. Das Stellwerk regelt unter anderem in den Tunneln, dass zwischen den Stadtbahnen ausreichend Abstand gehalten wird. Außerdem werden zu hohe Geschwindigkeiten technisch ausgeschlossen, denn das Stellwerk überwacht an kritischen Stellen auch die Geschwindigkeit der Bahnen.

Sollte ein Fahrzeug zu schnell sein oder über ein rotes Signal fahren, so greift das Stellwerk aktiv in die Elektronik der Bahn ein und bremst sie bis zum Stillstand. Das alte Stellwerk Nahverkehrsbahnhof ist mit der Umstellung in vier neue Stellwerke aufgeteilt worden, die elektronisch miteinander verbunden sind. Mit neuen Stellwerken kann der Fahrbetrieb viel flexibler auf Störungen reagieren, da nur kleinere Abschnitte im Streckennetz betroffen sind. Zukünftig können die Bahnen auf beiden Gleisen in beide Richtungen fahren.

Foto: Stadtwerke Bonn

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