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UK: Gegen-PR-Kampagne scheitert

10.10.16 (Großbritannien) Autor:Max Yang

Eine PR-Kampagne des Verkehrsunternehmens Govia Thameslink Railway wurde infolge negativer Reaktionen der Öffentlichkeit kurzfristig wieder zurückgezogen. Wenige Tage lang erschienen in Tageszeitungen wie der kostenlos abgegebenen „Metro“ Anzeigen unter dem Titel „Let’s strike back“. Nutzer wurden aufgefordert, ihren Unmut über streikbedingte Beeinträchigungen der Gewerkschaft RMT (Rail, Maritime and Transport Union) in den sozialen Medien zu äußern. Poster mit dem selben Wortlaut wurden auch an Bahnhöfen und in den Nahverkehrszügen im Southern-Netz angebracht.

Gegenüber dem Sender talkRADIO erklärte Mick Cash, Vorsitzender der RMT, dass das streikende Personal „dämonisiert“ und Mobbing ausgesetzt worden sei. Ein Schlichtungsgespräch mit Gewerkschafts- und Unternehmensvertretern am Donnerstag sei ergebnislos verlaufen. Die Position der RMT, dass eine zweite sicherheitskritische Person in Form eines Zugbegleiters mit betrieblichen Aufgaben verbleiben müsse, sei mit der Linie von Govia unvereinbar gewesen.

Offenbar versuchen jetzt beide Seiten, dem anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Die Fahrgäste haben das Nachsehen. Govia Thameslink Railway, welches unter anderem Nahverkehrszüge aus der Londoner Innenstadt zum Flughafen Gatwick und nach Brighton betreibt, wird im Teilnetz Southern voraussichtlich an fünf Terminen im Oktober, November sowie im frühen Dezember bestreikt.

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