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NVR publiziert Stationsbericht

10.10.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR) hat die Bahnhöfe und Haltepunkte in seinem Raum unter die Lupe genommen. Mit dem jetzt vorliegenden Stationsbericht für das Jahr 2015 wurde bereits zum dritten Mal untersucht und bewertet, ob beispielsweise die Sitzmöglichkeiten in Ordnung sind oder es einen Wetterschutz gibt. Wichtig ist stets auch der Blick auf die Sauberkeit und die Frage, ob die Stationen barrierefrei zu erreichen sind. Erstmals erfasst wurde hingegen das Kriterium des Bauzustands.

Von den 193 Bahnhöfen und Stationen im NVR-Gebiet konnten 191 in Augenschein genommen werden: Nur die Haltestellen Opladen und Erftstadt wurden wegen umfangreicher Bauarbeiten nicht erfasst. Das Gesamtergebnis fiel zwar im Vergleich zum Vorjahr etwas schlechter aus, gegenüber der ersten Erfassung im Jahr 2013 lässt sich allerdings noch eine leichte Verbesserung feststellen. Knapp 70 Prozent der Bahnhöfe und Haltestellen wiesen diesmal ein mindestens akzeptables Erscheinungsbild auf. 2014 waren es gut 80 Prozent, 2013 nur 67 Prozent.

Auf dem Gebiet des NVR sind neben der DB Station&Service AG noch die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) und die Rurtalbahn GmbH (RTB) für den Betrieb der Stationen verantwortlich. NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober mahnt eine gute Zusammenarbeit zwischen den Stationsbetreibern, den Städten und Gemeinden an. „Die Bahnhöfe und Haltestellen sind die Aushängeschilder im ÖPNV. Wir müssen unseren Kunden daher eine angemessene Aufenthaltsqualität bieten und alles tun, um gemeinsam zu Verbesserungen zu kommen.“

Der NVR werde die Stationsqualität auch in Zukunft erheben und alle Qualitätsmängel an die zuständigen Akteure weiterleiten. „Nur so können sie auch gezielt angegangen werden. Im Interesse unserer Fahrgäste wollen wir dazu beitragen, die Situation nachhaltig zu verbessern“, erläutert Dr. Reinkober das Engagement des Aufgabenträgers. Die Anzahl der als noch akzeptabel eingestuften Stationen ist von 17 Prozent in 2014 auf 25 Prozent angewachsen. An 12 Stationen (2014 waren es vier Stationen) fanden die Erfasser nicht mehr akzeptable Mängel vor. Dies entspricht einem Anteil von sechs Prozent.

Für die Bewertung des Erscheinungsbilds wurden sowohl die Zugangsbereiche als auch die Bahnsteige nach einheitlicher Methodik bewertet. Dabei wird nicht nach Verantwortungsbereichen unterschieden: Für die Beseitigung von Mängeln können die oben genannten Stationsbetreiber, DB Netz, DB Vertrieb, die Kommunen oder auch Private zuständig sein. Allerdings hat der Aufgabenträger keinen direkten Einfluss auf die Qualität der Infrastruktur, auch bei den Zugangsstationen. Während sich Schlechtleistungen der Verkehrsunternehmen pönalisieren lassen, wodurch ökonomischer Druck für bessere Leistungen sorgt, ist das im Bereich der Infrastruktur nicht der Fall. Hier kann der Aufgabenträger einzig und allein die Qualität messen, um dann ein politisches Problembewusstsein zu wecken.

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