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NEB: Pesa Link erhalten EBA-Zulassung

10.06.16 (Brandenburg, Polen) Autor:Stefan Hennigfeld

Am letzten Freitag hat das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Zulassung für den Einsatz des Dieseltriebwagens Link erteilt. Hergestellt wurden die Fahrzeuge in Bydgoszcz beim polnischen Hersteller Pesa. Es ist das erste Eisenbahnfahrzeug in der Geschichte der polnischen Industrie, das zum Betrieb in Deutschland zugelassen wurde. Neben dem österreichischen Integral-Dieseltriebwagen aus dem Jahre 1998, ist es der zweite Dieseltriebwagen, der außerhalb Deutschlands gebaut worden und in Deutschland zugelassen ist.

Die Link-Fahrzeuge für die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) verfügen neben der deutschen Zulassung auch über eine polnische Zulassung, da die NEB diese Fahrzeuge für den grenzüberschreitenden Betrieb auf der Strecke Berlin – Kostrzyń und perspektivisch auch darüber hinaus einsetzen wird. mDie NEB hatte im August 2013 bei PESA die Link-Dieseltriebwagen in Auftrag gegeben. Während der gesamte Fertigungs- und Produktionsprozess der Fahrzeuge von einer gemeinsamen Projektgruppe begleitet wurde, erfolgte das Zulassungsverfahren beim EBA in alleiniger Verantwortung des Herstellers.

Nach Fertigstellung der Züge im Februar 2016 wurden zwei Link-Triebwagen zur NEB nach Basdorf bei Berlin überführt, um Probefahrten und Schulungen für Lokführer und Werkstattpersonal durchzuführen. Der PESA Link stellt jetzt einen neuen Typ von Dieseltriebzügen dar und bereichert damit den deutschen Markt. Die von PESA gebauten Triebwagen verkehren in vielen Ländern von Italien über Russland, Kasachstan, Tschechien, der Ukraine und Weißrussland bis nach Litauen und natürlich in Polen.

NEB-Chef Detlef Bröcker zeigt sich zufrieden mit der Zulassung: „Wir freuen uns, dass die Inbetriebnahmegenehmigung der neuen Link-Züge da ist und wir in Zukunft mit modernen Fahrzeugen durchgehende Bahnverbindungen zwischen Deutschland und Polen, auch über Kostrzyn hinaus, anbieten können. Dies stellt einen Zugewinn für den grenzüberschreitenden Verkehr dar. Gleichzeitig sind wir stolz, dass wir mit einem in seiner Formsprache äußerst spannenden Zug das Bild im Berliner und Brandenburger Regionalverkehr weiter bereichern.“

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