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VRS setzt Sozialticket aus

17.03.12 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) setzt den Verkauf der zum 1. März unter dem Namen Mobilpass-Ticket eingeeführten Sozialtickets außerhalb der Städte Köln und Bonn aus. Das haben die Verkehrsunternehmen in ihrer Sitzung am 15. März einstimmig beschlossen. Der Verkaufsstopp soll schnellstmöglich, spätestens aber zum 31. März umgesetzt werden. Hintergrund ist die ungeklärte Finanzierung nachdem der Landeshaushalt in dieser Woche geplatzt ist.

Ohne die Zuschüsse der Landes kann der VRS – und dessen Angaben zufolge auch die anderen Verbünde in Nordrhein-Westfalen – die Finanzierung nicht sicherstellen. Im nicht durch den Landtag gekommenen Haushalt waren dreißig Millionen Euro für Sozialtickets enthalten, davon sollten mindestens 5,3 Millionen Euro an die im VRS organisierten Unternehmen gehen. Diese Zuwendungen stehen nicht mehr zur Verfügung, ob und wenn ja wann sie neuerlicherweise bereitgestellt werden können, ist derzeit nicht bekannt.

Durch diese neue politische Situation entfallen die Voraussetzungen für die Weiterführung. Vom Verkaufsstopp ausgenommen sind die Städte Köln und Bonn, in denen es bereits seit mehreren Jahren rabattierte Fahrscheine für einkommensschwache Personen gibt. Diese können gegen Vorlage des Köln-Passes bzw. des Bonn-Ausweises erworben werden. Außerhalb von Köln und Bonn hängt eine Wiederaufnahme des Verkaufes vom Zustandekommen eines neuen Haushaltes nach den vorzeitigen Landtagswahlen am 13. Mai ab.

Der VRS bedauert die Aussetzung des Sozialtickets und weist auf das hohe Engagement hin, das alle Beteiligten im Verbundraum gezeigt haben – inklusive der Jobcenter, Sozialämter und des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Der VRS ist der einzige Verbund im Land, der ein flächendeckendes Sozialticket anbieten konnte – zumindest für ein paar Wochen.

Ein Kommentar

  1. Richtig so, hoffentlich wird es komplet beerdigt, ein „Sozialticket“ braucht man nicht, schaut nur noch mehr Tarifwirrwar und mehr Bürokratiekosten! Außerdem war es nur reinste Symptombekämpfung anstatt Ursachenbekämpfung zu betreiben.

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