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Rheinland-Pfalz: InterCity-Ersatzkonzept für die Moselstrecke vorgestellt

28.11.11 (Europa, Rheinland-Pfalz) Autor:Stefan Hennigfeld

Nachdem die Deutsche Bahn bekannt gegeben hat, das Fernverkehrsangebot auf der Moselstrecke zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 deutlich reduzieren zu wollen – das Land Rheinland-Pfalz war nicht bereit, eine mittlere siebenstellige Summe für einen Erhalt um weitere drei Jahre zu zahlen – wurden vom Aufgabenträger SPNV Nord heute das Ersatzkonzept vorgestellt, um das Angebot auf der Schiene zu sichern.

Es bleiben zwei InterCity-Verbindungen am Tag bestehen. Sie verlassen Trier um 7 Uhr 09 bzw. 9 Uhr 09 und Koblenz um 15 Uhr 24 bzw. 17 Uhr 24. Für die drei gestrichenen Zugpaare wird es mit Abfahrt in Koblenz um 19 Uhr 24 einen durchgehenden Regionalexpress bis Luxemburg geben und in Gegenrichtung mit Abfahrt um 16 Uhr 20 (Trier ab 17 Uhr 09) einen Regionalexpress nach Koblenz.

Der frühmorgendliche ICE, der Trier um 5 Uhr verlässt, wird ebenfalls durch einen Regionalexpress kompensiert, der um 5 Uhr 05 abfährt und Koblenz um 6 Uhr 37 erreicht. Dort besteht Anschluss an den ICE Richtung Berlin, Abfahrt 6 Uhr 43. Im Gegenzug entfällt der Regionalexpress mit Abfahrt um 3 Uhr 55 in Trier und Ankunft um 5 Uhr 20 in Koblenz. Dafür wird die um 5 Uhr 36 in Koblenz ankommende Regionalbahn nicht erst in Cochem, sondern bereits um 3 Uhr 57 in Trier starten.

Zwischen Luxemburg und Trier werden zwei weitere wegfallende IC-Paare durch Regionalexpresszüge ersetzt: Es handelt sich um die Abfahrten in Luxemburg um 10:20 Uhr und um 14:20 Uhr sowie in der Gegenrichtung um die Abfahrten in Trier um 10:56 Uhr und um 14:56 Uhr. Zur Kompensation dieser Leistungsausweitung entfällt in den Abendstunden zwischen Trier und Luxemburg ein derzeit vorhandenes Regionalexpresspaar.

Es wird also deutlich, dass die Leistungskürzungen im Fernverkehr nur teilweise über den Nahverkehr aufgefangen werden können. Der Aufgabenträger setzt dafür etwa 900.000 Euro im Jahr ein, also deutlich weniger als die Deutsche Bahn für den Erhalt des Fernverkehrs haben wollte. Die Refinanzierung erfolgt über Pönale, die von DB Regio wegen des fehlenden E-Talent 2 auf der Moselstrecke erhoben werden.

4 Responses


  1. Andreas Möller
    29.11.11 um 09:54

    Man sollte die erwähnten Regional-Ersatzzüge wenigstens Interregio-Express (IRE) nennen und außerdem in den Fahrplan-Medien auch farbig (etwa blau) hervorheben, damit bei einem Blick auf den Fahrplan zumindest optisch nicht der Eindruck eines Kahlschlages im Fernverkehr erweckt wird. Erst recht sollte man das tun, wenn in 3 Jahren auch auf der Moselstrecke der Rheinland-Pfalz-Takt eingeführt wird. Es wird sich nämlich um Regional-Talent-Züge der DB (Koblenz-Trier-Saarbrücken-Mannheim), vereinigt bis Trier mit den CFL-Talentzügen nach Luxemburg. Gegenüber kurzläufigen Regionalexpress-Zügen, die ihren Namen wirklich verdienen, werden sich diese durch Langläufigkeit und/oder Komfort abheben, und man sollte daher diese Züge nicht mit den anderen RE-Zügen in einen Topf werfen und so der Zuggattung IRE zuordnen.


  2. Andreas Möller
    29.11.11 um 09:57

    Korrektur zu einem Satz des obigen Kommentars:

    Es wird sich nämlich um Regional-Talent-Züge der DB (Koblenz-Trier-Saarbrücken-Mannheim), vereinigt bis Trier mit den CFL-Talentzügen nach Luxemburg, handeln.


  3. Michael Humberg
    29.11.11 um 16:39

    Für das Flügelungskonzept werdem bei der DB Stadler Flirt und der CFL Stadler KISS eingsetzt.

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