Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Bundesregierung sieht Vorteile durch automatische Kupplungssysteme

20.05.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

In einer kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen äußert die Bunderegierung ihre Ansicht, dass der Einsatz von automatischen Mittelpufferkupplungen an Wagen der Deutschen Bahn gegenüber den konventionellen Kupplungen Vorteile mit sich bringt.

So soll sich die Zahl der Rangierunfälle verringern und der Materialverschleiß geringer ausfallen. Außerdem sollen Zuglängen über 750 Meter möglich sein oder Wagenreihungen mit höherem Gesamtgewicht als jetzt gebildet werden können. Auf der anderen Seite ist aber eine Störanfälligkeit gegenüber witterungsbedingten Einflüssen zu beobachten. Zusätzlich müsste ein solches System bei Güterzügen europaweit und einheitlich eingeführt werden. Im deutschen Personenverkehr sind Mittelpufferkupplungen im Segment der Triebzüge mittlerweile sehr stark verbreitet.

[ad#Bigsize-Artikel]

7 Responses

  1. Schwachfug. Zuege koennen inklusive Triebfahrzeugen maximal eine Laenge von 740 Metern haben nach Vorschrift, und das ist hart an der Grenze. Mehr macht die Infrastruktur nicht mit, Kupplung hin oder her.


  2. Beobachter
    20.05.11 um 20:49

    @ QQ

    Sicher haben Politiker keine Ahnung von Vorschriften bei der Eisenbahn und darüber, was die Infrastruktur nicht „mitmacht“. Doch „Eisenbahner“ verstecken sich gerne hinter 100 Jahre alten Vorschriften.

    Es ist jedoch eine Utopie, dass alle europäischen Eisenbahnen ihre Güterwagen auf eine Scharfenberg-Kupplung umbauen

  3. Die erst 700m Wagenzug, spaeter 740 Meter Gesamtlaenge sind keine 100 Jahre alt sondern… 10? Und um laengere Zuege fahren zu koennen, muesste die gesamte Infrastruktur neu gebaut werden. Alle Gueterbahnhoefe, alle Ueberholgleise etc. Damit einhergehend Stellwerke, teilweise Bruecken, Tunnels… Kurz, die Bahn muesste neu erfunden werden. Und wozu? Bringt nix. Ein Zug von z.B. 800 Metern wuerde dauernd zwei bis drei Bloecke belegen. Dann doch lieber zwei Zuege von 740 Metern. Belegt man genauso viel Infrastruktur, befoerdert aber zwei Mal so viel.

  4. Ich frage mich nur gerade, warum eine neue Kupplung Rangierunfälle vermeiden können soll?!
    Ich bin leider nicht vom Fach, aber bitte korrigiert mich: Wenn einer die Finger dazwischen hat, ist das vollkommen egal, was da für eine Kupplung seine Hand zerquetscht. Oder liege ich da jetzt falsch?


  5. Clemens Kistinger
    23.05.11 um 15:24

    Das kleine Wort automatisch impliziert, dass offenbar kein Personal für das reine Kuppeln benötigt wird, würde ich sagen.


  6. Beobachter
    23.05.11 um 17:33

    @ Pendler

    Es geht bei Rangierunfällen nicht darum, das jemand sich einen Finger oder eine Hand quetscht. Bei den heute üblichen Schraubenkupplungen muss ein Rangiermitarbeiter zwischen die Waggons kriechen und diese Kuppeln. Da ist es in der Vergangenheit schon häufiger vorgekommen, das lebenswichtige Organe zu schaden kamen.

  7. An Ablaufbergen müssen Mitarbeiter die Kupplungen mit einem Stab während der Fahrt öffnen, diese Tätigkeit ist auch nicht ganz ungefährlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.