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Stuttgart 21: Ramsauer zeichnet mögliches Ausstiegsszenario

04.04.11 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Im Interview mit Spiegel Online verweist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf gültige Verträge zum Bau von Stuttgart 21. Die neue Landesregierung um den designierten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und seinen Koalitionspartner SPD müssten noch einmal genau prüfen, welche politischen und wirtschaftlichen Folgen ein Ausstieg für das Land habe.

Das von BUND und VCD vorgelegte Alternativkonzept Kopfbahnhof 21, das eine Modernisierung des bestehenden Bahnhofs vorsieht, hält Ramsauer für „ein Phantom“. „Es gibt keine konkreten Planungen, geschweige denn Baurecht. Der Umbau des Bahnhofs würde sich um Jahre verzögern. Stuttgart droht dann Stillstand.“

Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass die geplante Schnellfahrstrecke Wendlingen – Ulm „unabhängig von Stuttgart 21 gebaut werden“ könne. „Voraussetzung ist aber, dass das Land zu seiner Finanzierungszusage von 950 Millionen Euro steht. Nur dann können wir mit dem Bau schon vor 2016 beginnen.“

Aber, da ist sich der Minister sicher: „Bei einem solchen Kompromiss darf einer nicht verlieren – der deutsche Steuerzahler. Die Bahn und der Bund als Eigentümer können keine Rechtsansprüche, auch keine Schadensersatzansprüche aufgeben. Ich würde dem neuen Ministerpräsidenten raten, seine eigene Rechtsposition noch einmal genau durchleuchten zu lassen.“

11 Responses

  1. Der Bundesverkehrskanister sorgt sich um das Wohl des Steuerzahlers? Das ist die gleiche durchschaubare Masche wie „Die Kanzlerin sorgt sich um die Ängste der Bevölkerung wegen den Risiken der Atomkraft.“

    Man schaue zum Thema S21 dieses Video: http://www.youtube.com/user/WerZahltS21 – und dann überlege man, wer hier wem Schaden zu ersetzen hat. Ich würde sagen: „Arbeitsklamotten anziehen und Nordflügel wieder aufbauen, Herr Ramsauer!“

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  3. Stefan Faiß
    04.04.11 um 18:25

    Die einfachste Lösung ist: Stuttgart 21 „plus“ wie von Heiner Geißler vorgeschlagen fertigbauen. Ich hoffe, die Grünen bekommen da noch die Kurve.

  4. Herr Faiß, ich frage mich warum sie unbedingt wollen das ein Reisender nichts mehr von Stuttgart mitbekommt. Keine Stadt die etwas auf sich hält macht so etwas. Es würde niemanf motiviert werden in Stuttgart in einem nach Urin und Bremsen stinkenden Erdloch auszusteigen. Wenn sie mal öfter mit der Bahn verreisen würden, wüssten Sie von was ich spreche. Sie würden in Zukunft nicht einmal daran denken mal in Stuttgart einen Stop einzulegen. Was denken Sie warum es viele große bekannte Städte gibt die so etwas verworfen haben. Es gibt nichts schöneres als zu sehen wohin die Reise geht. Ich denke das sie aber nie mit der Bahn fahren sonst würden sie diese Vorzüge des Genießens kennen. Ich denke zudem das Sie kein Baden Württemberger sind denn sonst wüssten Sie das diese Rechnung einzig der Baden Württemberger und die Stadt Stuttgart zahlt denn vom Bund oder von der Bahn kommt kein Cent. Denken Sie mal nach bei den 45 Milliarden an Krediten die uns schwarz gelb in Baden Württemberg hinterlassen hat. Sie dürfen sich ruhig ausrechnen wie viel das alleine für Sie macht, denn falls Sie Baden Württemberger sind haften auch Sie dafür. Mal sehen ob Ihr Konto das hergibt. Oder wussten Sie gar nicht das die Bürger für so etwas in letzter Konsequenz haften ? Ich hab noch gar nicht von den Billionen Schulden der Bundesrepublik gesprochen, denn die kommen noch zusätzlich oben drauf. Viel Spaß beim rechnen.

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  6. Mensch Dieter gehen euch die Argumente aus? So ein schwachsinniges Gelaber, Reisende wollen ankommen und das tun sie durch S21,also,wie Stefan sagte: S21+ bauen; und euch die Kosten für Randale und Polizeieinsätze zahlen lassen, denn einzig und allein ihr macht das Projekt wirklich teuer.


  7. Felix Bayer
    05.04.11 um 13:06

    Ähm, was interessiert mich, was am Wegrand liegt?? Gehören sie auch zu den Leuten, die mit 80 über die Alb schleichen um die Landschaft zu betrachten?

    Wenn ich von Städten und Landschaften was sehen will, geh ich zu Fuß, aber wenn ich mit Kraftfahrzeugen oder der Bahn unterwegs bin kommt es mir in erster Linie auf die kürzestmögliche Zeit an. Leider kann ich in der Bahn nicht vernünftig arbeiten, sodass ich durch eine Bahnfahrt i.d.R. nur Zeit verliere, die ich nie zurück kriege. Dann seh ich lieber nichts von irgendner Stadt oder dem Westerwaldoder was auch immer und bin früher am Ziel.

  8. Mal am Donnerstag den Stern kaufen.
    Übrigens interessiert es einen der von Köln nach München fährt nicht über welche Strecke er fährt. Das sind aber die Argumente der Befürworter.

    Zudem haben wir in BW 45 Milliarden Schulden und da jeder Einwohner dafür letztendlich haftet, sage ich lasst dieses Millionengrab sein !
    Aber daran denken solche Leute die hier unsinn blubbern und beleidigen nicht.

    Zum Herr Bayer muss ich leider sagen, bei mir fängt die Reise schon beim Start an. Nun gut das kann sich nicht jeder leisten es soll Leute geben die zu versklavt sind. Das sieht man jeden morgen, was da immer hektik ist bei der täglichen Verspätung der Bahn. Im Gegensatz zu Ihnen, so scheint es mir jedenfalls, fahre ich täglich mit der Bahn. Ich halte nichts davon irgendwo virtuell 15 Minuten Zeit zu Sparen und trotzdem 20 Minuten zu Spät anzukommen. Ich hätte lieber eine verlässlichen Bahn mit verlässlichen Anschlüssen. Das kann dann die Gesammtfahrzeit ruhig auch 15 Minuten länger dauern. Das kann man einplanen aber Verspätungen nicht. So etwas nennt man dann Planungssicherheit. Also fahren Sie lieber weiter mit dem Auto und spielen Krieg auf der Autobahn.


  9. Sind denn alle verrückt geworden
    05.04.11 um 22:09

    Das Problem bei Kopfbahnhöfen ist, dass es durch ungeeignete Signale, menschliches und technisches Versagen immer wieder zu schweren Unfällen kommt, die weitaus verheerendere Folgen haben, als bei ungewollt ungebremster Weiterfahrt in Durchgangsbahnhöfen. Wenn ein Zug mit voller Wucht nicht nur die Betonblöcke am Ende des Gleises durchbricht, sondern (i.d.R.) auch das Bahnhofsgebäude zerbersten lässt, sollte man sich besser nicht in der Nähe aufhalten, jüngster großer Unfall in Zagreb (Kroatien) 2009. Aber keine Angst, die Wahrscheinlichkeit in Deutschland ist gering, denn Zagreb ist weit weg. Oder doch nicht? Seit Japan direkt neben Deutschland liegt, müsste doch Zagreb mitten drin sein :-o

  10. Abgesehen von den Kosten und den zum Teil ziemlich einschneidenden Veränderungen in der direkten Bahnhofsumgebung sehe ich als Nicht-BadenWürttemberger nur Vorteile für die Region.
    Das Gleisvorfeld wird massiv verkleinert, das Unfallpotenzial verringert, die Passagieraufnahme des Bahnhofes erhöht etc pp.
    Wenn ich mit der Bahn fahre juckt mich die Umgebung meist eh nicht. Es mag auch darin liegen, dass ich größtenteils durch flachländliche Pampa und/oder Wälder fahre. Und wenn ich etwas von der Stadt sehen will, fahre ich sicherlich nicht mit der Bahn, sondern gehe zu Fuß. So habe ich wenigstens Zeit Fotos zu machen.
    Das angeführte Argument, dass man die Umgebung nicht mehr sehen könne, ist also hinfällig.
    Auch der Punkt „Urin- und Bremsengestank“ ist haltlos. Ich weiß ja nicht, wie oft du unter Tage mit Bahnen fährst, aber dem ist gewiss nicht so. Es gibt immer wieder unterirdische Bahnhöfe, wo dies vorkommen mag. Das heißt aber nicht, dass dies auf allen so sein muss bzw. wird. Vom Berliner Tiefbahnhof und diversen U-Bahnhöfen ist mir soetwas nicht bekannt.
    Außerdem würde die Verlegung unter Tage eine enorme Lautstärkereduktion bedeuten.
    So viel jetzt mal dazu…

  11. Mir scheint es fehlt hier noch an etlichen Informationen. Der Durchgangsbahnhof ist mit seinen 8 Gleisen und seinen zum Teil eingleisigen Zufahrten unterdimensioniert. Das hatte sich auch am nicht funktionierenden Fahrplan der übrigens erst beim Faktencheck von der Bahn erstellt wurde, gezeigt. Da fallen einige Züge, vor allem in den Stoßzeiten weg. Dann gibt es immer noch keine Planfeststellung für auf die Fildern zum Flughafenbahnhof. Hier hat das EBA eindeutig ein Mangelhaft für die Planung ausgestellt. Zudem sollen ICEs mit Sondergenehmigung in den viel zu schmalen S-Bahn Tunnels fahren. Jetzt kommt noch erschwerend hinzu das sich bis heute kein Unternehmen gefunden hat das bereit ist diesen Tunnel zu graben der zum Teil unter dem Daimler Werk durchgeht. Denen sind die Risiken des Untergundes zu hoch. Stuttgart ist wie ein schweizer Käse, lauter Hohlräume.
    Zum Thema Unfälle: Bei S21 ist eine Doppelbelegung vorgesehen und das bei einem Bahnhof mit Gefälle ! Ihr könnt Euch die Unfallszenarien vorstellen wenn der hintere auf den vorderen rauscht. Zudem werden sich Triebfahrzeugausfälle viel stärker auswirken wie im Kopfbahnhof, der hat tatsächlich die Kapazität übrig um so etwas aufzufangen. Das würde bei einer Doppelbelegung mit ungenügender Kapazität verherende Verspätungsfolgen für viele Züge nach sich ziehen. Ich weiß ja nicht woher Ihr kommt und wie gut Ihr den Stuttgarter Bahnhof mit seinem Tunnelgebirge kennt, ich fahre seit über 10 Jahren täglich dort hin und habe schon einige Unwägbarkeiten miterlebt. S21 wird nicht funktionieren, davon bin ich überzeugt. Mal abgesehen davon haben körperlich eingeschränkte Leute bei S21 keine Chance mehr, die dürfen unten verbrennen wenn ein Feuer ausbricht und laut Kefer wird sich daran nichts ändern.

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