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GDL kündigt Streikpause bis zum 10. April an

04.04.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird ihre Mitglieder bei den privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen in dieser Woche nicht zu Streiks aufrufen. Neuerliche Ausstände werden frühestens am kommenden Montag, den 11. April wieder möglich sein. Bis dahin sucht man das Gespräch mit den Arbeitgebern und strebt eine friedliche Lösung an – auch wenn dieser nach der Eskalation in den letzten Wochen unwahrscheinlich geworden ist.

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Die GDL fordert einen bundesweit gültigen Rahmentarifvertrag für Lokomotivführer aller Eisenbahnverkehrsunternehmen, der sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr zur Anwendung kommen soll. Die Bezahlung soll auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn erfolgen. Darüber hinaus soll es verbindliche Regelungen zum Personalübergang bei Betreiberwechseln geben. Außerdem soll der Beruf für Hauptschulabsolventen unzugänglich gemacht werden.

GDL-Chef Claus Weselsky fordert jetzt ernsthaftes Interesse an einer Lösung ohne weitere Streiks. „Scheinangebote tragen nur zur Eskalation bei.“ Die sechs großen Privatbahnkonzerne Abellio, Benex, die Hessische Landesbahn, Netinera (vormals Arriva Deutschland), Keolis und Veolia Verkehr haben bereits einen Flächentarifvertrag für den Nahverkehr mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abgeschlossen.

Dieser Tarifvertrag kam allerdings erst durch ein Schlichtungsverfahren unter Leitung des früheren Bundesverteidigungsministers Peter Struck (SPD) zustande. Die GDL lehnte einen Eintritt in dieses Verfahren ab. Im März haben die Privatbahnen ihr gemeinsames Verhandlungsmandat für beendet erklärt. Die GDL muss nun mit den einzelnen Unternehmen verhandeln.

Während man die zum französischen Keolis-Konzern gehörende Eurobahn ausdrücklich von den Streiks ausnahm, weil man dort über einen Haustarifvertrag verhandelt hat, lehnt die GDL Verhandlungen etwa bei der Metronom-Eisenbahngesellschaft in Norddeutschland oder bei der Westfalenbahn im Teutoburger Wald ab. Beide Unternehmen sind im Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) organisiert.

Die Eskalation dieses Konfliktes hat mittlerweile eine Stufe erreicht, wie sie in der Geschichte der Bundesrepublik selten zustande kam. Eine Einigung wird kaum noch möglich sein, ein Kompromiss ist in weite Ferne gerückt. Ein Ausstiegsszenario, bei dem beide Seiten ihr Gesicht wahren, bietet sich kaum. Die Privatbahnen würden schon zurückrudern, wenn sie auch nur gemeinsam verhandelten, während bereits die Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren für die GDL einer Niederlage gleichkäme.

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6 Responses


  1. Beobachter
    04.04.11 um 08:37

    Während man die zum französischen Keolis-Konzern gehörende Eurobahn ausdrücklich von den Streiks ausnahm, weil man dort über einen Haustarifvertrag verhandelt hat, lehnt die GDL Verhandlungen etwa bei der Metronom-Eisenbahngesellschaft in Norddeutschland oder bei der Westfalenbahn im Teutoburger Wald ab.

    Wie denn jetzt? Haustarifvertrag statt BuRaLfTV bei Koelis und bei Metronom und Westfalenbahn wird nicht verhandelt?

    Die GDL bekommt hier eine Glaubwürdigkeitsprobelm.

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  3. @Beobachter

    Sie scheinen auch nichts mit zu bekommen oder ? Lesen Sie doch auch mal auf anderen Internetseiten nach, bevor Sie hier so erstaunt tun. Schliesslich spiegelt dieser Artikel, zum großteil, nur die Meinung des Schreibers wieder. Was man gerade aus dem letzten Block des Artikels entnehmen kann.

    Zughalt.de macht daraus auch kein Geheimnis, dass die Artikel nur die Meinung des Schreibers wiederspiegeln, dass können Sie übrigens im Impressum dieser Seite nachlesen.

    Im folgenden möchte ich die Pressemitteilung der GDL vom 30.03, teilweise, zitieren:

    „Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird die Keolis Deutschland GmbH & Co. KG von den Streiks vom 31. März, 3.00 Uhr, bis 2. April 2011, 2.00 Uhr ausnehmen. Keolis, eines der sechs großen Schienenpersonennahverkehrsunternehmen (G6), hat heute ohne Vorbedingungen seine Bereitschaft zu Verhandlungen für einen inhaltsgleichen Rahmentarifvertrag für Lokomotivführer und die dazugehörige Verknüpfung mit einem Haustarifvertrag erklärt.“

    Wie Sie eindeutig erkennen können, wird die Gewerkschaft über einen Rahmentarifvertrag verhandeln, der mit dem Haustarifvertrag verknüpft werden wird. Ziel ist und bleibt ein Rahmentarifvertrag.


  4. ritze ratze
    04.04.11 um 11:48

    Die GDL will nur Macht demonstrieren, mehr nicht! Sie schlägt wilkürlich Verhandlungsgebote (metronom) aus. Wann schreitet endlich die Politik ein und setzt diesen kranken Irrsinn ein Ende?!?!?


  5. Lokführer
    04.04.11 um 12:05

    Na, wahrscheinlich hat Keolis konkrete Verhandlungsgrundlagen vorgelegt, über die es Sinn macht zu verhandel.

    BuRa-LfTV = BundesRAHMENLokomotivführerTarifVertrag – Betonung liegt auf RAHMEN. Es war von Seiten der GDL innerhalb dieses RAHMENS immer die Rede von Haustarifen, mit dem Wissen nicht sofort ein gleiches Lohnniveau, wie bei der DB, herbeizuführen. Man möchte damit Rücksicht nehmen auf die Wirtschaftlichen Belange der einzelnen EVU’s.
    Die Angleichung des Lohnniveaus soll in Schritten innerhalb der nächsten Jahre (in ca.5 J.)erfolgen.
    Festgeschrieben wird mit der Unterzeichnung des BuRa-LfTV, dass sich jedes EVU auch nur noch mit den Vorgaben des BuRa-LfTV auf SPNV-Leistungen bewerben darf, um nicht über das Mittel des Lohndumpings zum Gewinn dieser Ausschreibung zu gelangen.

  6. Während man die zum französischen Keolis-Konzern gehörende Eurobahn ausdrücklich von den Streiks ausnahm, weil man dort über einen Haustarifvertrag verhandelt hat, lehnt die GDL Verhandlungen etwa bei der Metronom-Eisenbahngesellschaft in Norddeutschland oder bei der Westfalenbahn im Teutoburger Wald ab.

    Da ist im Text was falsch beschrieben worden. Die Eurobahn verhandelt mit der GDL auf Basis BuRa- LfTv.
    Metronom und WestfalenBahn lehnen dieses ab.

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