Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Neuer Haustarifvertrag für Agilis geschlossen

26.04.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Bei Agilis, einem im bayerischen Nahverkehr tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen, wurde mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ein neuer Haustarifvertrag abgeschlossen. Das Unternehmen gehört zum Benex-Konzern und ist Teil der Expansionsstrategie der kommunalen Hamburger Hochbahn AG. Agilis fährt seit Dezember 2010 den Regensburger Stern, im Juni 2011 kommt das Dieselnetz Oberfranken hinzu.

[ad#Content-AD]

Der neue Tarifvertrag tritt zum 1. Mai in Kraft. Er beinhaltet eine Erhöhung des Entgeltes um drei Prozent und sieht eine neu vereinbarte Einsatzzulage von rund einhundert Euro im Monat vor. Außerdem wird erstmals die Berufserfahrung auch außerhalb des Unternehmens anerkannt. Das ist insbesondere für solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig, die den Altbetreiber DB Regio verlassen haben und zu Agilis gegangen sind.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Triebfahrzeugführers ohne Berufserfahrung inklusive Zulagen beträgt etwa 2.550 Euro im Monat. In der Endstufe mit 15 Jahren im Beruf verdienen sie im Schnitt etwa 2.920 Euro pro Monat.

Agilis-Geschäftsführer Dietmar Knerr ist zufrieden: „Wir freuen uns über die in den Verhandlungen erzielte Lösung. Besonders wichtig ist für uns, dass Agilis nun nicht nur für Neueinsteiger, sondern auch für gestandene Eisenbahner ein lukrativer Arbeitgeber in vielen Regionen des Freistaates geworden ist.“

Gerade im Zusammenhang mit dem Benex-Konzern gibt es von Seiten der mit der EVG konkurrierenden Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) immer wieder Vorwürfe, es würden „Dumpinglöhne“ gezahlt. Diese waren insbesondere auf die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (ODEG) gemünzt, die in gleichen Teilen Benex und Netinera gehört. Das Unternehmen ist ausschließlich in den neuen Bundesländern aktiv und entsprechend gering ist dort das Gehalt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt.

Mit einem Bruttolohn von deutlich über 2.500 Euro, zumal ein Teil davon als Zulage von Steuern und Abgaben befreit sind, kann jedoch nicht mehr von einem „Dumpinglohn“ gesprochen werden. Die Anerkennung der Berufserfahrung außerhalb des Unternehmens war ein zentraler Punkt des Branchentarifvertrages, in dessen Rahmen nun dieser Haustarifvertrag vereinbart worden ist.

[ad#Bigsize-Artikel]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.