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Homburg: DB will auf der Straße und im Ausland wachsen

26.04.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Ulrich Homburg, Personenverkehrsvorstand der Deutsche Bahn, sagte der Financial Times Deutschland, dass das Unternehmen den Anspruch hat, auch im Fernlinienbusverkehr Marktführer zu werden. „Wenn wir es nicht schaffen, verstehen wir unser Handwerk nicht.“ Auch wenn der Verkehrsträger Schiene möglicherweise bedroht werde – die Deutsche Bahn AG möchte von dieser politischen Entwicklung profitieren.

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Allerdings stehe zu befürchten, dass es zu Ausdünnungen im Fernverkehr auf der Schiene kommen könnte, wenn der überregionale Personenverkehr Konkurrenz durch Busse bekäme. Dies betreffe insbesondere das schwächer ausgelastete „Randnetz“, sprich sämtliche SPFV-Verbindung außerhalb der Nord-Süd-Achse Hamburg – Frankfurt – München und des C-förmigen Bogens Berlin – Rhein/Ruhr – Stuttgart – München.

Gleichzeitig kündigte er den Anspruch an, mit der Marke Arriva auch im Personenverkehr außerhalb Deutschlands expandieren zu wollen. Dort sollen in den kommenden fünf Jahren bis zu 2,3 Milliarden Euro investiert werden. Im Inland hat das Unternehmen mit zahlreichen Privatbahnen zu kämpfen, insbesondere im hochsubventionierten Nahverkehr, hinter denen vielen Fällen andere europäische Staatseisenbahnkonzerne stehen.

Vor allem in Frankreich, wo der Markt für Personenverkehr noch immer geschlossen ist, möchte man verstärkt einsteigen. Homburg: „Wir sind dort an fast allem interessiert – vom InterCity über Regionalzüge bis hin zu Bussen und Straßenbahnen. Wenn wir eine relevante Rolle spielen wollen, müssen wir hier mittelfristig einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen.“

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3 Responses


  1. Klaus Gerke
    26.04.11 um 21:33

    Ein richtiger Bahnstratege läßt m.E. den Fernbus auf der Schiene ins Leere (Beispiel IR Bus Heilbronn – Würzburg) laufen. Wenn es einen Markt für Billigreisen gibt, kann der am besten in den bereits verkehrenden und unverzichtbaren Zügen bedient werden. Wenn der ICE zu aufwändig und damit zu teuer ist, muss eben wieder etwas einfacheres, der RE oder IRE aus seiner Linie heraus 1 oder 2 X am Tag oder in der Woche auf die lange Strecke und dem Bus Paroli bieten.Und bevor man über das Streichen seiner Züge nachdenkt, überdenkt man seinen Tarif und macht ihn Wetterfest gegen Rosinenpicker, auch wenn dann die Politik aufheult. Sie will es ja nicht anders.


  2. Beobachter
    26.04.11 um 23:29

    Es ist schon widersprüchlich, wenn Ulrich Homburg sagt, der liberalisierte Fernbusverkehr könnte zu Lasten des ICE-Verkehrs gehen und dann gleichzeitig betont, die DB wolle die Marktführerschaft im Fernbusgeschäft behaupten


  3. Matthes Weiss
    27.04.11 um 08:29

    auch wenn dann die Politik aufheult

    Nur die ganz Dummen würden aufheulen – die anderen würden daran denken, daß der Bund als Eigentümer der DB AG sagt, wo es dort lang geht; daß die Nahverkehrsgesellschaften der Länder faktisch den Landesverkehrsministerien weisungsgebunden unterstellt sind (Stichworte: Vergabeprocedere / Direktvergabe), daß sogar die Regional- /z. T. auch Kommunalpolitik über den Beschluß von Nahverkehrsplänen beim Bahnverkehr mitredet… – und dann hinter den Kulissen möglichst geräuschlos agieren.
    Nur die Dümmeren stellen sich hin und drohen wie einst Roland K.: ‚Wenn wir unseren Willen nicht bekommen, werden wir der DB AG das Leben schwer machen, wo wir nur können.‘

    >blockquote>Es ist schon widersprüchlich Im Gegenteil – es ist vollkommen logisch: ‚Lieber nehmen wir uns selbst etwas weg, als das wir es uns von einem anderen wegnehmen lassen – schließlich macht der dann das Geschäft und wir haben gar nichts davon.‘ Das ist übliches Geschäftsgebaren und führt in anderen Branchen im Extremfall auch mal dazu, daß man Verträge unterschreibt ohne die Risiken zu kennen. (Die älteren unter uns werden sich vielleicht noch an solche Vorgänge im Umfeld der Herren Dr. Schneider oder Schmider und Kleiser (Flowtex) erinnern ;-) )

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