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Bahn präsentiert neue Sitze für die S-Bahn Hannover in Bückeburg

11.04.11 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Die Fahrzeuge der S-Bahn Hannover bekommen neue SitzeAm heutigen Montag (11. April) präsentieren die Deutsche Bahn und die Stadt Bückeburg ab 11 Uhr auf dem Marktplatz die neuen Sitze für die Triebzüge der S-Bahn Hannover. Unter dem Motto „Bückeburg sitzt komfortabler“ soll den Menschen in der Kleinstadt zwischen Minden und Hannover der Umstieg auf die S-Bahn nähergebracht werden. Bereits seit 2005 trägt ein Fahrzeug den Namen und das Wappen der Stadt.

Ascan Egerer, Leiter der S-Bahn Hannover: „Achtzig Züge des Nahverkehrs halten täglich in Bückeburg. Theoretisch könnte man damit 40.000 Reisende am Tag nach Bückeburg bringen und alle hätten einen Sitzplatz.“ Die Linie S 1 hält dort im Stundentakt. Außerdem gibt es eine RE-Verbindung in die Landeshauptstadt Hannover ebenso wie nach Minden, die dann abwechselnd nach Bielefeld und Rheine fährt.

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Der Begriff S-Bahn klingt leicht euphemistisch, fahren die Züge doch nur in einem Sechzig-Minuten-Grundtakt. Hier kommt eines der zentralen Probleme der Bahnreform zur Geltung: Die Regionalisierungsgelder richten sich nach dem Status Quo von 1996 und wurden seitdem erst pauschal erhöht, dann im Rahmen von Koch-Steinbrück gesenkt und steigen nun wieder.

Bei neuen S-Bahnnetzen – etwas Hannover oder Bremen – bedeutet das, dass es nicht möglich ist, das Angebot auf einen dem Namen S-Bahn angemessenen Takt zu verdichten. Andere S-Bahnnetze, etwa in München oder Frankfurt am Main, wurden schon früher aufgebaut und haben daher Bestandsschutz. Angesichts knapper Haushaltsgelder bei Bund und Land ist nicht davon auszugehen, dass sich hier in den nächsten Jahren etwas ändern wird.

Bild: Sven Stei?nke

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2 Responses

  1. Es sei hierzu ergänzend allerdings noch angemerkt, dass München, sowie das Rhein-Main Gebiet auch wesentlich größere Einzugsgebiete darstellen, als Bremen oder Hannover.

    Die S-Bahn Rehin-Neckar, welche auch eine der „modernen“ S-Bahnen ist, entwickelt sich jedoch Stück für Stück weiter zu einer richtigen S-Bahn.

    In Hannover gibt es viele Äste, auf denen mehrere Linien mit ’60 Grundtakt überlappen, jedoch eine oder mehrere Linien als Express-Linien fungieren. Auf der Flughafenstrecke hingegen, fahren die S-Bahnen S4 und S5, beide mit Grundtakt ’30, kurz hintereinander her, wonach dann eine 25 minütige Lücke entsteht.

    In Bremen wird zumindest zum Fahrplanwechsel auf dem Nordast im Berufsverkehr ein S-Bahn ähnlicher Takt entstehen.

  2. Bei der S-Bahn Hannover fährt die S-Bahn aus dem eigentlichen Ballungsraum hinaus, so dass die Takte nur wenig mit denen in München und Frankfurt vergleichen kann. Noch extremer ist es bei der S-Bahn Rhein-Neckar, die von Homburg an der Saar (im Saarland) bis Osterburken (auf halbem Weg von Mannheim nach Würzburg) fährt und daher eigentlich bis auf die Fahrzeuge und den zentralen Abschnitt (Neustadt/Weinstraße bis Heidelberg) nicht als S-Bahn bezeichnet werden kann.

    Immerhin wurde in Hannover und Rhein-Neckar doch erheblich in neue Bahnhöfe oder die Anhebung vieler Bahnsteige auf S-Bahn-Niveau und in Rhein-Neckar sogar in die Elektrifizierung einer Nebenstrecke investiert. Für die S-Bahn Bremen wird jedoch bis auf die genannte Wiedereröffnung und Elektrifizierung der gesamten städtischen Nordstrecke bis zum Fahrplanwechsel 2011 bislang noch weniger getan – nur wenige neue Bahnhöfe sind geplant und an eigene Gleise für die S-Bahn, wie in Hannover immerhin noch teilweise gebaut, ist gar nicht zu denken. Der Trend dazu, Regionalbahnen ohne wesentliche Verbesserungen als S-Bahn zu verkaufen, setzt sich fort.

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