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Euskirchen: Ausstellung zum S-Bahnausbau

02.05.22 (NVR, Rheinland-Pfalz) Autor:Stefan Hennigfeld

In der letzte Woche gastierte die Wanderausstellung zum Ausbau der S-Bahn im Euskirchener Kreishaus. Von Montag bis Freitag konnten sich Fahrgäste und andere Interessenten über den geplanten Ausbau der Eifelstrecken für den elektrischen S-Bahn-Betrieb informieren. Es war der Auftakt für die weitere Tour durch den Großraum Köln-Bonn.

Eröffnet haben die Ausstellung Markus Ramers (SPD), Landrat des Kreises Euskirchen, Bernd Kolvenbach, Vorsitzender der Verbandsversammlung des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland, Manfred Gutfrucht, Leiter Portfolio Köln bei der DB Netz AG sowie Norbert Reinkober, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH. Mit einer Mischung aus Texten, Videos und Grafiken informierte die Ausstellung über verschiedene Aspekte der Ausbauprojekte im Knoten Köln: von der Dimension über den aktuellen Stand der Planungen bis hin zum Umwelt- und Klimaschutz.

Teil des Gesamtprojekts sind die Elektrifizierung sowie der weitere Ausbau der Eifelstrecken. Konkret geht es dabei um die Eifelstrecke von Hürth-Kalscheuren über Kall bis zur Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz, die Voreifelbahn zwischen Bonn und Euskirchen und die Erfttalbahn zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel. Insgesamt 127 Kilometer Strecke werden bis zur Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz mit einer Oberleitung ausgestattet.

So werden auf der Strecke in Zukunft saubere Elektrozüge unterwegs sein. Der Streckenabschnitt zwischen Kall und Köln Hauptbahnhof wird nach weiteren Ausbaumaßnahmen zukünftig als S 15 in das S-Bahn-Netz Köln integriert. Die in Zukunft elektrische S 23 wird von Bonn Hauptbahnhof beziehungsweise Bonn-Mehlem aus über Euskirchen bis nach Bad Münstereifel verkehren. Zudem werden die beiden Linien nach dem weiteren Ausbau den Fahrgästen in deutlich dichterem Takt zur Verfügung stehen.

Möglich macht die baldige Elektrifizierung, für die Baukosten in Höhe von 400 Millionen Euro veranschlagt werden, eine Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Maßnahme ist bereits im Bundesprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) zur Förderung angemeldet und kann mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Baukosten seitens des Bundes gefördert werden. Hinzu kommt die ergänzende Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Ausbauplanungen auf den Eifelstrecken werden parallel zur Beseitigung der dortigen Hochwasserschäden vorangetrieben, die aktuell die höchste Priorität hat.

So konnte die Bahn ihren Betrieb am 23. April 2022 auf der Eifelstrecke zwischen Euskirchen und Mechernich wieder aufnehmen. Noch diesen Sommer soll auch der Abschnitt zwischen Mechernich und Kall wieder befahrbar sein. Bis Ende 2023 sollen alle Schäden so weit beseitigt sein, sodass auf den Eifelstrecken wieder ein durchgängiger Bahnverkehr möglich sein wird. Es ist geplant, dass die Ausstellung demnächst auch in der Nordeifel zugänglich sein wird.

Foto: Nahverkehr Rheinland / Smilla Dankert

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