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NVR finanziert Fahrzeugausbauten

07.03.16 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Aufgrund der hohen Nachfrage im Kölner Dieselnetz finanziert der Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland den Ausbau einiger Fahrzeuge. Es gibt im auch als Vareo bezeichneten Netz von DB Regio sowohl zwei- als auch dreiteilige Triebzüge vom Typ Lint des Herstellers Alstom. Neun der 58 Fahrzeuge werden um ein Mittelteil erweitert, um die Kapazitäten vorzugsweise auf der Eifelstrecke und der Oberbergischen Bahn nach und nach auszubauen und zu erweitern.

Der erste vom Fahrzeughersteller Alstom um ein zusätzliches Mittelteil erweiterte Triebwagen ist bei DB Regio bereits eingetroffen und kommt in der Eifel zum Einsatz. Finanziert werden die zusätzlichen Kapazitätserweiterungen durch Pönale, die aufgrund von Schlechtleistungen im Jahr 2014 einbehalten wurden. Eigentümer der Züge wird weiterhin uneingeschränkt die Deutsche Bahn sein. Der aufwändige Umbau der neun vormals zweiteiligen Fahrzeuge vom Typ Lint 54 zu dreiteiligen Lint 81 schafft durch das Einfügen eines angetriebenen Mittelteils Raum für jeweils 120 zusätzliche Sitzplätze.

Durch eine Verlängerung um 27 Meter erhöhen sich die Kapazitäten in diesen Triebwagen um fast siebzig Prozent von 180 auf 300 Plätze. Diese technisch besondere Maßnahme ermöglicht es, in den Hauptverkehrszeiten Doppeleinheiten mit insgesamt 600 Sitzplätzen anstatt bislang 480 Sitzplätzen anzubieten. „Mit den angestrebten Kapazitätserweiterungen leisten Besteller und Betreiber der Vareo-Linien einen weiteren Beitrag, um die Qualität im Kölner Dieselnetz insbesondere in den pendlerintensiven Hauptverkehrszeiten zu erhöhen. Neben mehr Komfort für unsere Kunden erwarten wir uns durch den schnelleren Fahrgastwechsel auch eine höhere Pünktlichkeit“, so Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH.

Anfang 2015 hatte die NVR-Verbandsversammlung die Finanzierung der Umbaumaßnahmen beschlossen, anschließend hatte der Fahrzeughalter DB Regio die Arbeiten beim Hersteller Alstom in Auftrag gegeben. „Durch diese Maßnahme werden wir den Anforderungen unserer Fahrgäste insbesondere in den hochausgelasteten Tageszeiten besser gerecht. Mit der Ausweitung der ursprünglichen Leistung reagieren wir auf steigende Fahrgastzahlen und erhöhen die Attraktivität unseres Verkehrsangebots weiter“, betont Dirk Helfert, Leiter des Verkehrsbetriebs Rheinland von DB Regio.

In den vergangenen Jahren kam es in Teilen des stark frequentierten Netzes oftmals zu Engpässen in den Pendlerstoßzeiten. Der Umbau nimmt je Fahrzeug rund sechs Wochen in Anspruch. Bis Dezember werden die Arbeiten an allen neun Triebwagen abgeschlossen sein. Das Kölner Dieselnetz wird in einem Nettovertrag betrieben, sodass die zusätzlichen Markteinnahmen, die im Zusammenhang mit den hohen Fahrgastzahlen generiert werden, nicht dem Aufgabenträger zur Verfügung stehen. Das Netz wurde 2010 zum zweiten Mal vergeben, der Verkehrsvertrag startete im Dezember 2013.

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