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DB Regio erhält zehnjährige Vertragsverlängerung für die Schwarzwaldbahn

10.12.14 (Baden-Württemberg) Autor:Sven Steinke

Am 04. Dezember verkündete das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden-Württemberg, dass der Stundentakt auf der Schwarzwaldbahn zwischen Konstanz und Karlsruhe gesichert ist. Dadurch soll der Entfall des InterCity-Zugpaares an Wochentagen kompensiert werden. Außerdem sollen ab 2017 durch zusätzliche Wagen die Sitz- und Fahrradplatzkapazitäten ausgeweitet werden. Dazu wurde der eigentlich im Dezember 2016 auslaufende Verkehrsvertrag mit DB Regio um zehn Jahre verlängert.

Bisher existierten im Fahrplan morgens in Richtung Karlsruhe und nachmittags in Richtung Konstanz Taktlücken, um das InterCity-Zugpaar wirtschaftlich nicht zu gefährden. Die Fernzüge fahren dabei um rund 30 Minuten versetzt zur Nahverkehrstaktlage, sodass viele attraktive Anschlüsse bei diesen Zügen nicht gegeben sind. Der Betreiber DB Fernverkehr möchte nun zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember diese Züge aus wirtschaftlichen Gründen an Wochentagen streichen. Am Wochenende sollen die Fahrzüge vorerst weiter verkehren.

Seit Dezember 2006 betreibt DB Regio Südbaden nach gewonnener Ausschreibung die Schwarzwaldbahn mit modernen Doppelstockwagen. Dieser Vertrag hatte ursprünglich nur eine Laufzeit bis Dezember 2016. Wie aus einer Vorinformation bereits zu entnehmen war, sollte der Nahverkehrsbetrieb auf der Schwarzwaldbahn ursprünglich zusammen mit dem auf der Rheintalbahn danach ausgeschrieben werden. Doch nun ist der laufende Vertrag um zehn Jahre verlängert worden, damit kurzfristig in den zwei Jahren Restlaufzeit ein zusätzliches Zugpaar zwischen Konstanz und Karlsruhe angeboten wird.

Hierbei stellt sich die Frage, ob das Land Baden-Württemberg in einer erneuten europaweiten Ausschreibung um die Nahverkehrsleistungen nicht bessere Konditionen erzielt hätte. So bindet man sich weitere zehn Jahre an die Bedingungen des Altvertrages, ohne dass DB Regio sein Angebot im Wettbewerb mit anderen Wettbewerbern verteitigen muss. Dabei fordert das Verkehrsministerium in Baden-Württemberg doch vehement eine auskömmliche Nahverkehrsfinanzierung vom Bund. Aber selber nutzt das Ministerium das Werkzeug der wettbewerblichen Vergabe zur Kosten- und Qualitätsoptimierung nur sehr zögerlich, sodass weiterhin Vergaben ohne Wettbewerb an den Altbetreiber DB Regio nötig sind.

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