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UK: Fahrgäste für Vertragskündigung

10.11.14 (Großbritannien) Autor:Max Yang

Das in Zentralengland tätige Verkehrsunternehmen London Midland befindet sich im Fokus heftiger Kritik von Fahrgästen. Nun erzeugt seit etwa zwei Monaten eine Aktion namens „London Midland It’s Not Fare“ (Wortspiel mit den gleich klingenden Worten „fair“ und „fare“ (= Fahrpreis)) Aufmerksamkeit, welche fordert, dass dem Unternehmen aufgrund dauerhafter Schlechtleistungen der Verkehrsvertrag entzogen werden solle. Anders als in Deutschland, wo selbst bei jahrelangen Pannenserien wie bei der Berliner S-Bahn eine theoretisch mögliche Vertragskündigung aus politischen Rücksichtnahmen nicht in Betracht gezogen wird, ist das Instrument der außerordentlichen Kündigung des Verkehrsvertrags in Großbritannien durchaus anerkannt und fand in den frühen 2000er-Jahren mehrmals bei Nahverkehrsnetzen im Süden Englands Anwendung.

London Midland habe seit mehreren Jahren Probleme mit kurzfristigem Personalmangel, der nach Ansicht der Initiative auf eine verfehlte Einstellungspolitik zurückzuführen sei. Gefordert wird, dass das Teilnetz zurück an den Staat falle, damit dieser es selbst betreibt oder einen neuen privaten Betreiber findet. Die Aktion will unter anderem auch erboste Kunden dazu aufrufen, London Midland mit Beschwerdemails zu überschwemmen. Zusätzlichen Auftrieb erhält dieser Aufruf durch Werbung seitens der Aktion „Bring Back British Rail“, die zurück zu einer Staatsbahn wie vor 1994 will.

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