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Zehn Jahre Erzgebirgsbahn

28.01.12 (Sachsen) Autor:Jürgen Eikelberg

Seit nunmehr 10 Jahren sorgt die Erzgebirgsbahn (EGB) für einen attraktiven und zuverlässigen Schienenpersonennahverkehr auf vier Eisenbahnlinien im westsächsischen Raum. Dabei hat sie sich als zuverlässiger Partner für Fahrgäste, Kommunen und den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) erwiesen. Seit Gründung der mittelständischen Bahntochter im Januar 2002 wurden durch den Bund, den Freistaat Sachsen, den VMS und die EGB rund 200 Millionen Euro in den Um- und Ausbau des Streckennetzes, die Installation moderner Leit- und Sicherungstechnik sowie die komplette Erneuerung der Fahrzeugflotte investiert.

„Diese Investitionen haben dazu beigetragen, den Schienenpersonennahverkehr in der Region wiederzubeleben, die Fahrzeiten deutlich zu verkürzen und somit eine echte Alternative zum Individualverkehr zu bieten“, machte Lutz Mehlhorn, Chef der Erzgebirgsbahn heute im Chemnitzer Rathaus anlässlich einer Feierstunde zum 10-jährigen Geburtstag deutlich. „Im Jahre 2002 sind wir mit dem Ziel angetreten, die schwach ausgelasteten und von Stilllegung bedrohten Schienenstrecken in der Region durch kostengünstige Betriebs- und Infrastrukturmaßnahmen zu erhalten und einen auf die Bedürfnisse vor Ort ausgerichteten Bahnverkehr anzubieten. Heute können wir voller Stolz sagen, dieses Ziel wurde erreicht“, so Mehlhorn weiter.

Rund 5.000 Fahrgäste, und damit mehr als dreimal soviel wie 2002, sind heute trotz sinkender Einwohnerzahlen in der Region täglich mit der Erzgebirgsbahn unterwegs. Und diese Fahrgäste bescheinigen ihrer Bahn eine hohe Qualität. Seit Jahren liegt die EGB bei Umfragen des renommierten Infas-Instituts im bahninternen Vergleich ganz weit vorn. Mit einem aktuellen Gesamtzufriedenheitsindex von 82 auf einer bis 100 reichenden Skala, konnte die EGB dies auch im Jahr 2011 bestätigen. EGB-Chef Mehlhorn führt diesen Trend vor allem auf die anhaltend hohe Pünktlichkeitsquote von 99 Prozent im Jahresdurchschnitt 2011 sowie das hohe Engagement seiner Mitarbeiter zurück. Zudem sei die gute Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen, zahlreichen Kommunen, touristischen Einrichtungen, Verbänden und Vereinen ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Seit nunmehr fünf Jahren bildet die Erzgebirgsbahn junge Leute aus. Insgesamt sechs Azubis erlernen hier gegenwärtig einen Beruf. Bisher wurden alle Auszubildenden nach Abschluss ihrer Lehre von der Erzgebirgsbahn übernommen.

Die EGB mit Sitz in Chemnitz wurde im Jahre 2002 als eines von fünf Regio-Netzen unter dem Dach der Deutschen Bahn als mittelständisches Unternehmen gegründet. Sie beschäftigt gegenwärtig rund 250 Mitarbeiter, die für einen reibungslosen Betrieb auf dem 252 km langen Streckennetz sorgen. Dazu gehören vier Linien: Chemnitz–Aue, Zwickau–Johanngeorgenstadt, Chemnitz–Flöha–Olbernhau-Grünthal und Chemnitz–Flöha–Annaberg-Buchholz–Bärenstein–Vejprty. Zudem sind sie verantwortlich für die Instandhaltung der Gleisanlagen, der rund 220 Bahnübergänge, 282 Brücken, 608 Durchlässe und vier Tunnel und der 74 gepachteten Verkehrsstationen.

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