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Sind die Züge der Deutschen Bahn unhygienisch?

12.12.11 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Norddeutsche Rundfunk erhebt schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn. Die Züge sollen nicht nur in den Toilettenräumen, sondern auch auf Sitzplätzen, Armlehnen und an Türklinken wahre Bazillenmutterschiffe sein. Stichprobenartig wurden Hygieneproben in Nah- und Fernverkehrszügen genommen. 50 von 70 Proben sollen reichliches und viele davon sogar massenhaftes Wachstum von Bakterien und Keimen aufgewiesen haben.

In einem ICE soll sogar der MRSA-Erreger Staphylokokken gefunden worden sein, der gegen viele Formen von Antibiotika resistent ist und damit nur ausgesprochen schwer behandelbar ist. In einem anderen seien Darmbakterien Enterokokken gefunden worden. Hygieneexperten raten daher dazu, sich nach jeder Zugfahrt die Hände zu waschen, sich mit feuchten Tüchern zu reinigen und keinesfalls vorher mit den Händen an den Mund zu gehen.

Die Deutsche Bahn negiert die Berichte und verweist auf ein mehrstufiges System aufwendiger Sauberhaltungen der Züge. Neben Tagesreinigungen gebe es auch Zwischenreinigungen während der Fahrt und darüber hinaus regelmäßige Grundreinigungen sowie gesonderte Spezialreinigungen für Decken, Fußböden, Glas oder Teppiche.

2 Responses


  1. Ex-Bahner
    12.12.11 um 13:02

    Wen verwundert es denn? Es fahren tausende von Menschen in den Zügen mit, waschen sich teilweise nicht die Hände, wenn sie vom Lokus kommen und müssen beim Weg zurück zum Platz natürlich auch Türklinken etc. anfassen.
    Und ich möchte mal einen Reinigungstrupp mit Desinfektionsmittel sehen. Egal ob es sich um eine Zwischen- oder Tagesendreinigung handelt.

  2. In der Rheinischen Post stand kürzlich, dass ÖPNV- Nutzer seltener krank sind, weil die ständig mit allen möglichen Keimen konfrontiert sind. Wer allerdings nur sporadisch Bus und Bahn nutzt, etwa beim Wintereinbruch oder weil das Auto mal nicht genutzt werden kann, holt sich eher mal eine Infektion, außer, er hält sich auch in anderen ähnlichen Imunisierungsbereichen auf. Hinzu kommt, das Bus-und Bahnkunden ja auch gesundheitsförderliche Fußwege vor und anch der Fahrstrecke haben.

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