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Neun weitere Stadler Flirt für die S-Bahn Helsinki

12.12.11 (Europa) Autor:Stefan Hennigfeld

Die finnische Junakalusto Oy hat eine Option aus dem Jahr 2006 auf weitere neun Stadler-Flirt für die S-Bahn Helsinki gezogen. Sie ergänzen die bereits seit drei Jahren dort fahrenden 32 Flirt. Aufgrund der Lage im Nordeuropa werden die Fahrzeuge über eine besondere Wintertauglichkeit verfügen. Das Investitionsvolumen beträgt gute 54 Millionen Euro, die Auslieferung soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein.

Junakalusto Oy wurde 2004 von den Städten Helsinki, Espoo, Vantaa und Kauniainen (total 65%) und den Finnischen Staatsbahnen VR Ltd (35%) als Rollmaterialgesellschaft gegründet. Sie kauft und unterhält Rollmaterial, das sie der VR für den Betrieb zur Verfügung stellt. Derzeit ist eine neue Verbindungslinie vom Stadtzentrum zum internationalen Flughafen von Helsinki im Bau. Über diese Strecke wird ab Dezember 2014 eine zusätzliche S-Bahnlinie, die sogenannte Ringlinie, das Zentrum und weitere Teile der Agglomeration Helsinki mit dem Flughafen verbinden. Für den Betrieb dieser Linie wird die Flotte mit der jetzigen Bestellung von 32 auf 41 Flirt erweitert.

Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stadler Rail Group, ist zufrieden mit dem Folgeauftrag: „Die Einlösung dieser Option für weitere Flirt ist ein Beweis dafür, dass der Kunde den seit drei Jahren im täglichen Betrieb stehenden Zügen sehr zufrieden ist. Wir sind stolz auf unseren Breitspurfahrzeug-Flirt mit ausgeprägter Wintertauglichkeit. Dieses Fahrzeug zeigt exemplarische Weise die Innovationskraft von Stadler.“

In Finnland wird, anders als in West- und Mitteleuropa üblich, mit einer Breitspur von 1.524 Millimetern gefahren. Wegen der im Winter ohne weiteres möglichen -40°C ist die Isolation der Züge zwischen fünfzig und hundert Prozent stärker ausgeführt als üblich und die Fenster sind dreifach verglast. Die Klimaanlage wird mit einer Wärmerückgewinnungsanlage ergänzt, so dass mit warmer Abluft die kalte Frischluft vorgewärmt werden kann. Dadurch sind wesentliche Energieeinsparungen möglich. Zudem gibt es Heizlüfter in den Eingangsbereichen, damit die Innenraumtemperatur auch beim Fahrgastwechsel nicht abfällt.

Die vierteiligen Flirt verfügen über 260 Sitzplätze, einen Niederfluranteil von etwa achtzug Prozent, ein behindertengerechtes WC, einen Multifunktionsraum für Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen oder Fahrräder und dank der breiteren Spur ist eine 3+2-Bestuhlung ohne Komforteinbußen möglich. Elf Flachbildschirme sorgen für Informationen, sechs SOS-Sprechstellen ermöglichen den ständigen Kontakt zu Lokführer oder Schaffner.

Bild: Stadler Rail Group

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