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Planfeststellungsverfahren für die Betuwe-Linie kommt 2012

13.12.11 (Güterverkehr) Autor:Jürgen Eikelberg

Nachdem auf niederländischer Seite ein 160 Kilometer lange neue Güterzugtrasse seit 2008 in Betrieb ist, hat sich auf deutscher Seite außer Absichsterklärungen nicht viel getan. Doch nun kommt etwas Bewegung in die Sache. Zumindest die Planfeststellungsverfahren werden eingeleitet. Doch bis die ersten Güterzüge über das neue Gleis rollen werden, wird noch viel Wasser den Rhein hinunter fließen.

Die öffentliche Auslegung der eingereichten Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der Bahnstrecke Emmerich -Oberhausen steht im Januar 2012 für den Planfeststellungsabschnitt 3.1 Haldern bevor. Daher lädt die Deutsche Bahn zu einer Bürgerinformationsveranstaltung über die Inhalte der Planungsunterlagen ein.

In den letzten Monaten wurden die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren für den dreigleisigen Ausbau im Bereich Haldern erarbeitet. Nach der Prüfung durch das Eisenbahn-Bundesamt sowie durch die Bezirksregierung werden im Anhörungsverfahren die Unterlagen an die Kommunen zur öffentlichen Auslegung weitergegeben. Im Rahmen dieser Offenlage können sich alle Betroffenen über die Planung informieren und Anregungen einbringen.

Welche Unterlagen für das Verfahren erstellt wurden, wo und wie sich Bürger einbringen können, wie die Unterlagen zu lesen sind und wo welche Sachverhalte in den Unterlagen zu finden sind, werden Themen der Informationsveranstaltung am Donnerstag, 15. Dezember 2011, um 18.30 Uhr im Gasthof Tepferdt, Klosterstraße 33 in Rees-Haldern sein. Gesprächspartner sind Vertreter der Deutschen Bahn und der beauftragte Gutachter für Schall und Erschütterung. Weitere Informationsveranstaltungen in diesem Rahmen sind im nächsten Jahr zu den insgesamt zwölf Planfeststellungsabschnitten entlang der Bahnstrecke geplant.

Die Ausbaustrecke Emmerich – Oberhausen ist Teil eines deutschen und europäischen Ausbaukonzeptes auf der Achse Rotterdam – Genua. Insbesondere aus den niederländischen und belgischen Nordseehäfen wird für die kommenden Jahre mit einem erheblichen Verkehrswachstum auf der Schiene gerechnet. Mit einem neuen dritten Gleis können eine stärkere Entmischung langsamer und schneller Verkehre zwischen Emmerich und Oberhausen ermöglicht und damit auch die Kapazitäten ausgeweitet werden; mehr Verkehr auf der Schiene wird so möglich. Zudem kann mit einer Steigerung der Flexibilität in der Streckenbelegung auch die Qualität des Schienenpersonennahverkehrs verbessert werden.

Die regionale Wirtschaft geht davon aus, dass Investitionen in die Infrastruktur die Wirtschaftskraft der Region Niederrhein aufgrund ihrer Verteilerfunktion für die aus den Seehäfen kommenden Verkehre deutlich stärken werden.

Informationen zum Streckenausbau gibt auch das Informationszentrum, das derzeit im Foyer des technischen Rathauses der Stadt Oberhausen gastiert (Öffnungszeiten Montag bis Mittwoch 14 bis 17 Uhr, Donnerstag 14 bis 18 Uhr und Freitag 9 bis 12 Uhr) und die Internetseite des Projektes www.deutschebahn.com/emmerich-oberhausen .

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