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Wird die Müngstener Brücke Kulturerbe?

09.08.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Die Müngstener Brücke ist in einem schlechten ZustandDie Müngstener Brücke soll Weltkulturerbe werden. So jedenfalls nach dem Willen der Bergischen Entwicklungsangentur (BEA) und sicher vieler Menschen im Bergischen Land und darüber hinaus. Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr hatte dazu aufgerufen, eine Bewerbung abzusenden.

„Wir müssen die Brücke beschreiben, ihren universellen Wert begründen, ihre historische Echtheit dokumentieren und sie mit anderen Bauwerken vergleichen“, sagt Christiane ten Eicken von der BEA über das weitere Vorgehen. Und es sei zu begründen, warum die Müngstener Brücke eine oder mehrere Kriterien der Unesco-Welterbeliste erfülle. „Wir rechnen uns auch deshalb gute Chancen in dem Verfahren aus, weil Stätten des industriellen Kulturerbes unterrepräsentiert sind. Mit einem Schloss oder einer Burg hätten wir es schwerer“. Für die örtliche Landtagsabgeordnete und Ministerin für Schule und Weiterbildung Silvia Löhrman (Grüne) gehört die Müngstener Brücke genauso zum Weltkulturerbe wie der Kölner Dom.

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Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die Vorschläge, welches Bauwerk zum Kulturerbe erklärt werden soll, werden 2013 der Kultusministerkonferenz vorgelegt. Die bisherige UNESCO-Liste wird bis 2015 abgearbeitet. „Selbst wenn wir alle Hürden nehmen, könnte es bis 2020 dauern, bis die Brücke Welterbe wird“, so ten Eicken. Angesichts der Pläne der DB Netz AG die Brücke durch einen Neubau zu ersetzen, wäre dies möglicherweise zu spät. Ob der Antrag auf ein Weltkulturerbe nämlich ausreicht, um einen Abriss zu verhindern, ist fraglich.

Aber auch ein Sanierungsneubau ähnlich der Wuppertaler Schwebebahn wäre dann nicht mehr möglich. Die Schwebebahn hätte in den 1990er Jahren Kulturerbe werden können. Der Sanierungsneubau verhinderte dies. Aber unabhängig vom Weltkulturerbe, die Zeit drängt. Ab Dezember 2013 sollen auf der Linie RB 47 Abellio-Triebzüge rollen, die um einiges schwerer sind als die von der der DB-Regio eingesetzten VT 628. Die Betriebsgenehmigung des Eisenbahnbundesamtes gilt aber nur für die derzeit eingesetzte Baureihe.

Ein Abriss und Neubau würden eine mehrjährige Sperrung der Strecke bedeuten, es sei denn, man baut parallel eine neue Brücke. Doch auch dies wäre nicht vor der Betriebsaufnahme der RB 47 durch Abellio möglich. Möglicherweise hofft die DB Netz AG auf eine gesonderte Finanzierungsvereinbarung bei einem Sanierungsneubau. Dies würde die Bestrebungen auf ein Weltkulturerbe allerdings zunichte machen.

Eine „einfache“ Sanierung müsste sie aus dem pauschalen Etat der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung des Bundes bestreiten. Das ist auch bei den Diskussionen über eine Abgabe an ein anderes Eisenbahninfrastrukturunternehmen zu bedenken: Den nichtbundeseigenen Eisenbahnen steht kein Bundesbudget zur Finanzierung von Ersatzinvestitionen zur Verfügung.

Bild: Deutsche Bahn AG

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