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Gespräche zum Wiederaufbau der Karniner Brücke gut verlaufen

11.08.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Das Land Mecklenburg-Vorpommern wirbt zurzeit zusammen mit Vertretern der angrenzenden polnischen Region, für einen Wiederaufbau der früheren Eisenbahnverbindung Ducherow – Swinemünde über die Karniner Brücke. Zum Ende des zweiten Weltkrieges hatte die Wehrmacht die Zufahrt zur Karniner Hubbrücke auf der direkten Verbindung Swinemünde – Berlin gesprengt. Die bestehenden Gleisanlagen wurden in den Folgejahren als Reparationsleistung durch die Sowjetunion abgetragen.

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Mit einem Wiederaufbau der Verbindung sollen sich die Reisezeiten zwischen Berlin und Seebad Heringsdorf bzw. Swinemünde von derzeit rund vier Stunden, über die Klappbrücke bei Wolgast, auf etwa zwei Stunden verringern. Im Anreiseverkehr auf die Insel Usedom würde eine Halbierung der Fahrzeiten einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Auto bieten. Auch im Güterverkehr soll sich bereits ein großes Potential im Falle einer Wiedereröffnung abzeichnen.

Verkehrsstaatssekretär Sebastian Schröder führte im Rahmen eines Arbeitsbesuches Gespräche zusammen mit Vertretern der Deutschen Bahn und des Aktionsbündnisses „Karniner Brücke“ beim Swinemünder Stadtpräsidenten, Janusz Zmurkiewicz, und beim Logistikunternehmen DB Port in Settin. Laut Schröder sind die Gespräche sehr positiv verlaufen. Die deutsch-polnische Zusammenarbeit müsse bezüglich der Verbindung über die Karniner Brücke weiter konkretisiert und weitere Unternehmen der Region einbezogen werden. Nur gemeinsam könne man das Projekt bei den Regierungen in Berlin und Warschau voranbringen und einen baldigen Wiederaufbau erreichen.

Noch offen ist bisher die Finanzierung des 140 Millionen Euro teuren Projektes. Zwar ist eine Teilfinanzierung aus EU-Fördermitteln grundsätzlich möglich. Allerdings ist eine Förderung nur möglich wenn die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme gegeben ist. Diese Vorgabe muss auch für die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans gegeben sein. Laut Schröder müssten deshalb die Investitionskosten für die Maßnahme gesenkt und die spätere Nachfrage auf der Nutzenseite erhöht werden. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Volker Schlotmann hat deshalb eine „Task Force“ eingesetzt, die dem Bund bis Ende dieses Jahres eine bessere Wirtschaftlichkeitsberechnung übersenden soll.

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