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Liberalisierungsindex Bahn 2011

15.05.11 (Allgemein) Autor:Test Kunde

Im Jahre 2007 erschien der letzte Liberalisierungsindex für den europäschen Eisenbahnmarktes. Nun liegt die vierte Auflage des Liberalisierungsindex Bahn 2011 vor. Erstellt wurde sie wie in den Jahren 2002, 2004 und 2007 von IBM Global Business Services in Zusammenarbeit mir Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Kirchner von der Humbolt Universität in Berlin.

Neue Rahmenbedingungen für den internationalen Schienenverkehr und mehrere Vertragsverletzungsverfahren gegen mehrere EU-Staaten, in denen die EU-Kommission eine ungenügende Umsetzung der Richtlinie 2001/14/EG rügt, wurden um Anlass genommen, den Liberalisierungsindex neu aufzulegen.

Der LIB-Index stellt den Stand der relativen Marktöffnung der Schienenverkehrsmärkte der Europäischen Union sowie Norwegens und der Schweiz im Januar 2011 dar. Die Studie ist ein Benchmarking der gesetzlichen und faktischen Marktzugangsbarrieren aus der Sicht eines eintrittswilligen Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU).

Es wurden pro Land 250 Daten erhoben, analysiert, verifiziert und verdichtet. Dabei wurde, wenn es sinnvoll war, auch nach gemein- und eigenwirtschaftlichem Personenverker sowie nach Güterverkehr unterteilt.

Es werden bei dem LIB-Index in vier Marktöffnungskategorien unterschieden:

  • 800 – 1000 Punkte ? Fortgeschrittene Marktöffnung
  • 600 – 799 Punkte ? Marktöffnung im Zeitplan
  • 300 – 599 Punkte ? Verzögerte Marktöffnung
  • 100 – 299 Punkte ? Anfänge der Marktöffnung

Seit 2007 befindet sich keine europäisches Land mehr unter 300 Punkten.

Unter der Gruppe der fortgeschrittenen Marktöffnung befinden sich:

  • Schweden 872 Punkte
  • Großbritannien 865 Punkte
  • Deutschland 842 Punkte
  • Dänemark 825 Punkte
  • Niederlande 817 Punkte
  • Österreich 806 Punkte

In der Gruppe Marktöffnung nach Zeitplan befinden sich:

  • Belgien 753 Punkte
  • Schweiz 714 Punkte
  • Tschechien 738 Punkte
  • Slowakei 738 Punkte
  • Portugal 737 Punkte
  • Polen 737 Punkte
  • Italien 737 Punkte
  • Estland 729 Punkte
  • Norwegen 729 Punkte
  • Rumänien 726 Punkte
  • Bulgarien 718 Punkte
  • Finnland 672 Punkte
  • Slowenien 672 Punkte
  • Ungarn 658 Punkte
  • Frankreich 612 Punkte

In folgenden Ländern ist eine verzögerte Marktöffnung festzustellen:

  • Lettland 592 Punkte
  • Griechenland 592 Punkte
  • Litauen 587 Punkte
  • Luxemburg 585 Punkte
  • Spanien 583 Punkte
  • Irland 467 Punkte

Einige „gute“ Werte erklären sich daraus, dass der Schienengüterverkehr fast vollständig liberalisiert ist. Beim Netzzugang für den Schienenpersonenverkehr sieht die Liberalisierung etwas anders aus (siehe Grafik, zum vergrößern bitte anklicken). Hier rutschen Ungarn, Slowenien und Frankreich in die Gruppe „verzögerte Marktöffnung“ ab. Aber auch Österreich und die Niederlande müssen müssen ihren Spitzenplatz verlassen und sind dann die Ersten in der Gruppe „On Schedule“ – also im Zeitplan.

Grafik

Grafik erstellt von Jürgen Eikelberg

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