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E-Netz Regensburg: Triebzug an Agilis übergeben

25.09.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Im Rahmen der diesjährigen Innotrans übergab Alstom den ersten Triebzug vom Typ Coradia Continental an Benex, deren Tochtergesellschaft Agilis sie auf dem E-Netz Regensberg einsetzen wird. Die grün und grau leuchtenden Fahrzeuge sollen neue Akzente auf Bayerns Schienen setzen. Die Betriebsaufnahme wird im Dezember 2010 bzw. im Dezember 2011 erfolgen.

Benex ist ein Joint-Venture zwischen der Hamburger Hochbahn und der britischen International Public Partnership. Agilis wird durch sein Engagement in Bayern rund 150 neue Arbeitsplätze für Triebfahrzeugführer, Zugbegleiter, Mechatroniker und andere Berufsbilder schaffen. Als erstes privates EVU wird es den Coradia Continental einsetzen, der bei der DB als Baureihe 440 unterwegs ist.

15 Responses

  1. Von wegen neue Arbeitsplätze. Bei der DB werden hochqualifizierte Lokführer und Kundenbetreuer versetzt.Die Agilis holt sich ihr Personal vom Arbeitsamt. Lokführer ist kein „Anlernberuf“ und gleich einem Halbjahres-Umschulungs-Lehrgang für qualifikationsseitig unselektierte Langzeitarbeitslose . im Förder- und „Alibiprogramm“ der BA – erreichbar.
    Werden bei diesen „Not“-Ausbildungen zu „Lokführeren“ überhaupt noch die Prinzipien der Sicherheit im Bahnverkehr gewährleistet???
    das wird erst bei einem ersten großen „Haufen“ an die Öffentlichkeit dringen. Und dann ist das Gejammer wieder groß.

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  3. Stefan Hennigfeld
    25.09.10 um 21:20

    Naja, wenn die DB-Mitarbeiter die Versetzung nicht möchten, können sie sich ja bei Agilis bewerben. Denn da werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Die suchen, vor allem solche, die bereits fertig ausgebildete Triebfahrzeugführer mit Berufserfahrung sind.

  4. Das ist bei den verbeamteten DB-Mitarbeitern aus gesetzlichen Gründen nicht möglich. Die Tarifkräfte hätten mit erheblichen Lohneibußen zu rechnen. Siehe GDL-Regensburg.de. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass nur sehr wenige DB-Mitarbeiter zu Agilis wechseln werden. Schließlich schmeißt man 20 Jahre und mehr Betriebszugehörigkeit nicht einfach so weg.


  5. Stefan Hennigfeld
    26.09.10 um 12:21

    Mit den Beamten ist das in der Tat ein politisches Problem, hier wird die DBAG mit der Aufnahme von Bundesbahn-Beamten übermäßig belastet, man hätte eine Quotenregelung einführen müssen, daß alle in Deutschland zugelassenen EVU ggf. verpflichtet sind, Beamte des Bundeseisenbahnvermögens bei sich arbeiten zu lassen.

    Dennoch war die Ausschreibung natürlich aus wirtschaftlichen Gründen notwendig, schließlich geht es darum, den SPNV auf ein Fundament zu stellen, das seine Finanzierbarkeit langfristig sichert. Der VRR macht ja vor, daß Direktvergaben die Leistungen gefährden und als solche auch keine Arbeitsplätze sichern.

  6. Und was mit den Mitarbeitern passiert interessiert niemanden? Die haben in Regensburg Haus oder Eigentumswohnung, Schulpflichtige Kinder, der Ehe-oder Lebenspartner in der Region einen Job. Freundeskreis, Vereine, usw. Aber hier wird auf Kosten der DB-Beschäftigten der Preis reduziert. Ich weiß nicht wo Sie Arbeiten, aber fangen doch Sie dann zu einem 20-30 Prozent niedrigeren Gehalt bei einem neuen Unternehmen an, bei 6-monatiger Probezeit usw.. Dann werden Sie aus unvorhergesehenen Gründen krank oder gar Berufsunfähig. Harz 4 lässt grüßen. Der wartet schon. Aber der Freistaat hat sich ja ein paar Euro gespart.


  7. Stefan Hennigfeld
    26.09.10 um 14:32

    Die Eisenbahn ist keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Die Interessen der Arbeitnehmer sind daher von untergeordneter Natur.


  8. Niklas Luerßen
    27.09.10 um 19:09

    Und als Beispiel für unwirtschaftliches Arbeiten im Nahverkehr möchte ich aus meinem Wirkungsbereich noch den Aufgabenträger ZGB (Zweckverband Großraum Braunschweig) nennen, der sich bis heute wegen dem Phantom RSB Ausschreibungen verschlossen hat, alles per Direktvergabe regelte und nun aufgrund weggefallener Ergänzungsmittel des Landes Niedersachsen massiv zu Dez. 2010 kürzen muß (Braunschweig – Hildesheim nur noch 6 HVZ-Zugpaare, Bad Harzburg – Kreiensen Zweistundentakt, Goslar – Braunschweig fällt außer HVZ weg; nur noch Bad Harzburg – Braunschweig überlebt größtenteils).

    [ironie]Aber immerhin wird bei der DB kein Arbeitsplatz wegen einer Ausschreibung hier wegfallen.[/ironie]


  9. Stefan Hennigfeld
    27.09.10 um 23:08

    Genau diesen Wirkungszusammenhang blenden viele Leute aus, wir sehen es ja auch im VRR, wo dieselbe Problemstellung liegt: Direktvergaben bringen dne Aufgabenträger an den Rand der finanziellen Handlungsunfähigkeit und es folgen Abbestellungen, die naturgemäß bedeuten, daß weniger Personal fährt.

    Viele Eisenbahner verstehen es auch deshalb nicht, weil Fahrplanausdünnungen und Streckenstillegungen ganz normales Alltagsgeschäft bei der Deutschen Bundesbahn waren. Die kennen das nicht anders und sehen in diesen Abbestellorgien keine Gefahr.


  10. x-Wagen-Hasser
    28.09.10 um 07:05

    Wann verstehen Bundesbahner endlich, dass sie nicht mehr in einem goldenen Käfig mit lebenslanger Arbeitsplatzganrantie am Wunschwohnort leben?

    Solche Sorgen und Nöte, wie sie jetzt beklagt werden, haben die Arbeitnehmer in „der Welt da draußen“ schon immer gehabt und so ruft dieses Wehklagen bei mir alles andere als Mitleid hervor.

  11. Meint ihr das ernst oder was soll dieser Zynismus oder war es ein ironischer Beitrag?
    Wenn ersteres zutrifft frage ich mich warum das europaweit anders ist? Hier sind öffentliche Aufgabenträger am Werk und die haben als öffentliche Einrichtungen auch eine Gewisse Verpflichtung gegenüber den betroffenen Personen.
    Euere zynische, menschenverachtende Haltung gegenüber den Mitarbeitern (selbst ist man ja nicht betroffen), könnt ihr stecken lassen, da ihr keine offzielle Vertreter der Aufgabenträger seid. Es ist schon traurig wie weit sich heute unsere Gesellschaft entwickelt hat wenn einem das Schicksal der betroffenen Personen dermaßen am … vorbeigeht.
    Wenn jeder immer denken würde was habe ich denn davon, wo liegt hier mein persönlicher Vorteil, dann können wir einpacken, aber scheinbar wollen ja einige diese Egoistengesellschaft wo sich jeder selbst der nächste ist.


  12. Beamtenhasser
    14.10.10 um 22:19

    Hier sind öffentliche Aufgabenträger am Werk und die haben als öffentliche Einrichtungen auch eine Gewisse Verpflichtung gegenüber den betroffenen Personen.

    Warum sollte es Eisenbahnern anders ergehen als anderen Berufsgruppen, die sich in der freien Wirtschaft behaupten müssen?

    Euere zynische, menschenverachtende Haltung gegenüber den Mitarbeitern (selbst ist man ja nicht betroffen), könnt ihr stecken lassen, da ihr keine offzielle Vertreter der Aufgabenträger seid.

    Die Seite vertritt offenbar auch nicht die Aufgabenträger, sondern deutlich die Fahrgastseite. Die Bahn hat den Kunden zu dienen und nicht den Mitarbeitern.

    Es ist schon traurig wie weit sich heute unsere Gesellschaft entwickelt hat wenn einem das Schicksal der betroffenen Personen dermaßen am … vorbeigeht.

    Als ob dir das Schicksal anderer Menschen nicht am Arsch vorbei geht. Immer schön bei LIDL einkaufen und dann darüber rumheulen, dass Eisenbahner keinen Beamtenstatus mehr bekommen.

    Wenn jeder immer denken würde was habe ich denn davon, wo liegt hier mein persönlicher Vorteil, dann können wir einpacken, aber scheinbar wollen ja einige diese Egoistengesellschaft wo sich jeder selbst der nächste ist.

    Dir geht es doch auch nur um deinen persönlichen Vorteil. Gott sei Dank kommt bald Agilis, dann gehen den Fahrgästen zumindest diese arroganten DB Mitarbeiter mit intellektuellen Defiziten nicht mehr auf den Keks, die sich immer für etwas besseres halten.


  13. Sven Winter
    15.10.10 um 06:31

    Solche Sorgen und Nöte, wie sie jetzt beklagt werden, haben die Arbeitnehmer in “der Welt da draußen” schon immer gehabt und so ruft dieses Wehklagen bei mir alles andere als Mitleid hervor.

    Andere AN waren schon immer in dem Wettbewerb, den der Nahverkehr heute erlebt? Ich kann mich nicht entsinnen, das jemals ein Lebensmittelladen ausgeschrieben wurde. Und das da, wo heute ein Lidl drin ist, in 10 Jahren ein Aldi und in 25 ein Edeka drin sein kann, ist zwar möglich , aber nicht die Regel.

    dann gehen den Fahrgästen zumindest diese arroganten DB Mitarbeiter mit intellektuellen Defiziten nicht mehr auf den Keks, die sich immer für etwas besseres halten.

    Wenn du im Zug genauso auftrittst wie du hier schreibst, dann wundert es mich gar nicht, das die DB-Mitarbeiter so rüberkommen. Wie es in den Wald hineinschallt…..

  14. Agilis kann den Betrieb nicht aufnehmen, weil Sie keine Triebfahrzeugführer haben!

  15. Nur mal der Kommentar eines Pendlers auf der Strecke Regensburg-Landshut, der sonst mit der Bahn etc. nichts zu tun hat:
    Seit ein paar Jahren wird die Strecke nach München nun auch vom Alex bedient. Mein Fazit bisher: Private Bahn = Sparen, Sparen, Unfähigkeit!

    Wer es nach Jahren immer noch nicht in den Griff bekommt, seine Heizungen in den Wagons sauber zu justieren, so daß man nicht nur die Wahl zwischen Grillen und Erfrieren hat (beides witzigerweise innerhalb eines Wagens!), dem soll man noch trauen? Von der legendären Anzahl kaputter Türen mal abgesehen! Billiger ist es deswegen ja auch nicht, da der Alex für mich nur in einer Richtung zeitlich gut liegt.

    Also was soll diese ganze Privatisierung? Das gehört wieder alles verstaatlicht und von einem Unternehmen ohne Gewinnerwartung betrieben werden! Alles andere wird auf Dauer nur zu eine Ausdünnung des Bahnvekehrs führen.

    Uli

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