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DB: Tarifgemeinschaft fordert 6% mehr Lohn

07.07.10 (Allgemein) Autor:Jürgen Eikelberg

Noch fahren die Züge ... aber mit dem Juli endet die FriedenspflichtWenn die Tarifverhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft und der Deutschen Bahn AG am kommenden Montag beginnen, fordern die Arbeitnehmervertreter sechs Prozent mehr Gehalt. Transnet-Chef Alexander Kirchner forderte „reale Einkommenserhöhungen“ und „eine Reihe weiterer Verbesserungen, auch in den Bereichen Arbeitszeit und Zulagen.“

In diesem Zusammenhang wurde noch einmal auf die „satten Gewinne des Vorjahres und die guten Zahlen in diesem Jahr“ hingewiesen. Dennoch sei das zentrale Thema die Einführung eines branchenweiten Tarifvertrages für den gesamten SPNV. „Tarifflucht, Leiharbeit und Lohndumping im SPNV müssen ein Ende haben.“

Bild: Deutsche Bahn AG

6 Responses

  1. Erstmal sollen die Gewerkschaften dafür sorgen dass diese ganzen Ausschreibungen mal aufhören! Überall geht die Angst um den Arbeitsplatz um! Die Deutsche Bundesbahn war eine funktionierende Eisenbahn, mit der alle Mitarbeiter immer zufrieden waren, hier hatte niemand Angst um seinen Job und die Zügen fuhren auch.

    Also runter mit den Privatbahnen vom Netz und zurück zur Staatsbahn!

  2. Der Verkehrsträger Bahn ist nicht dafür zuständig paradisischen Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer vorzuhalten, sondern dem Kunden eine qualitativ hochwertige Beförderungsdienstleistung anzubieten. Die Bundesbahn war das absolute Gegenteil, der Einzug der Marktwirtschaft in den SPNV-Sektor war dringend nötig, sonst hätte die Bahn auf kurz oder lang aufgrund von Fahrgastzahlenrückgänge ihre Daseinsberechtigung verloren. Durch die Ausschreibungen werden die Unternehmen gezwungen sich regelmäßig für eine Linie einzusetzen, was bei der Bundesbahn nicht der Fall war. Etliche Nebenstrecken sind dieser Politik zum Opfer gefallen. Die Liberalisierung des SPNV-Sektors wurde leider viel zu spät angegangen.

  3. Ja, Gerd, ganz klar, und wieder rauf mit Silberlingen, Beamtenmentalitaet und anderen positiven Erinnerungen an die Bundesbahn… Die Bundesbahn die massenweise Nebenbahnen runterwirtschaftete, gegen Ende mit zwei Zugpaaren pro Tag mit 218 und 2 Bn bediente und schliesslich wegen Unrentabilitaet schloss? Die gleichen Nebenbahnen, welche nun ploetzlich von Privaten profitabel im 30-Minuten-Takt mit sauberen, klimatisierten, beschleunigungsstarken und komfortablen RS bedient werden, und das obwohl sie auch noch unverschaemte Trassenpreise an DB Netz zu entrichten haben? „Frueher war alles besser…“ Himmel wie ich so was liebe…


  4. Stefan Hennigfeld
    08.07.10 um 21:15

    Laß mich mal genau bei den Nebenbahnen einhaken:

    Die Deutsche Bundesbahn war eine stillegungswütige Eisenbahnbehörde, die jede Menge Strecken geopfert hat, auf denen man an und für sich richtig guten Nahverkehr hätte machen können. Die Mißwirtschaft der Bundesbahn war immer dieselbe: Erst das Angebot verschlechtern, den Fahrplan ausdünnen und zum Schutz nicht schützenswerte Arbeitsstellen mit veralteter Leit- und Sicherungstechnik zu fahren, irgendwann blieben die Beförderungsfälle (den Begriff Fahrgast oder Kunde kannte man noch nicht) weg, es war „Eisenbahn unter Ausschluß der Öffentlichkeit“ und die Strecke war weg.

    Für immer und ohne Chance auf Wiederkommen.

    Gut daß diese Behördenbahn weg ist. Die Bahnreform war notwendige Voraussetzung um die Eisenbahn als ernsthaften Verkehrsträger dauerhaft zu bewahren.

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