Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

KVB baut Ladeinfrastruktur aus

19.12.19 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben mit dem Aufbau der Ladeinfrastruktur für 53 weitere E-Busse auf ihrem Betriebshof Nord begonnen. Zum Beginn des Projektes besuchte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) zusammen mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) die Baustelle in Niehl und informierte sich über das Vorhaben. Minister Wüst und Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR), überreichten zudem einen Zuwendungsbescheid über 10,9 Millionen Euro.

Die Mittel des Landes stehen nach § 13 ÖPNV-Gesetzes NRW zur Verfügung und dienen einer Investitionsmaßnahme im besonderen Landesinteresse. Insgesamt wird die Baumaßnahme mit rund 15 Millionen Euro kalkuliert. Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende dyer KVB, hebt die Bedeutung der Landesförderung hervor: „Mit der Unterstützung des Landes ist es uns möglich, sehr schnell den Technologiewandel im Busbetrieb fortzusetzen.

Schon bald werden die Fahrgäste auf sechs weiteren Bus-Linien in der Lage sein, einen noch größeren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz ohne Kohlendioxid- und Stickoxid-Emissionen zu leisten.“ Die Ladeinfrastruktur dient der Versorgung der Batteriebusse, mit denen in 2021 die linksrheinischen Bus-Linien 141, 145 und 149, sowie die rechtsrheinischen Bus-Linien 150, 153 und 159 vom Betrieb mit Dieselbussen auf E-Mobilität umgestellt werden.

Das Beschaffungsverfahren für diese E-Busse befindet sich derzeit in der finalen Phase. Das Gesamtprojekt Smart City KVB, das mit der im Dezember 2016 umgestellten Linie 133 begann, setzt sich somit fort. Die neuen E-Busse werden zukünftig unter insgesamt drei Carports abgestellt. Dort werden ihre Batterien über parallele Ladepunkte zeitgleich über Nacht geladen. Der Strom wird über drei Ladestationen bereitgestellt und kommt aus einem benachbarten Umspannwerk der RheinEnergie.

Zum Projekt gehört auch die Errichtung einer Übergabestation zwischen der Infrastruktur von RheinEnergie und KVB. Die luftigen Carports haben eine Länge von bis zu 135 Metern bzw. 34 Metern. Ihre Höhe beträgt ca. 6,80 Meter. Die Betongebäude der Ladestationen haben ein Höhe von ca. 13 Metern. Zusammen verändern sie das Bild des Betriebshofes. Vor wenigen Tagen hat das Kölner Unternehmen STRABAG mit den Tiefbauarbeiten begonnen. Im September 2020 wird ein Großteil des Projektes abgeschlossen sein, im März 2021 der dann noch verbliebene kleinere Abschnitt.

Bereits in der Planung des aktuellen Bauprojektes auf dem Betriebshof Nord hat die KVB in die Zukunft geblickt. Dem jetzigen Aufbau der Carports mit Ladeinfrastruktur soll ein zweiter Bauabschnitt für weitere E-Busse folgen. Auch für besondere Situationen ist vorgesorgt. Selbst wenn ein theoretisch nur alle 200 Jahre eintretendes Hochwasser den Betriebshof überschwemmt, werden die E-Busse schnell wieder einsatzfähig sein. Die Infrastruktur wird gebaut und unterhalten vom Schwesterunternehmen Rhein-Energie.

Kommentare sind geschlossen.